EU-Bericht zur Produktsicherheit Kleidung ist die Gefahrenquelle Nummer eins

Stand: 08.05.2012 14:24 Uhr

T-Shirts im Schlussverkauf
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Kleidungsstücke wurden 2011 am häufigsten als gefährlich beanstandet.

Keine Konsumgüter werden in der EU häufiger als gefährlich eingestuft als Kleidungsstücke. Der EU-Jahresbericht zur Produktsicherheit listet für 2011 insgesamt 423 Fälle auf, in denen Textilien als Risiko für die Bürger gewertet wurden. Die schlechte Qualität von Textilien könne Hautreizungen hervorrufen, warnte die EU-Kommission. Auf Platz zwei der häufigsten Gefahrenquellen folgte Spielzeug, an dem Kinder im Falle eines Verschluckens ersticken können. Dahinter landeten Elektrogeräte mit hohem Stromschlagrisiko sowie giftige Kosmetika.

Im Gesamtjahr 2011 wurden über das EU-Schnellwarnsystem Rapex europaweit 1803 Produkte vom Markt genommen oder zurückgerufen, welche die Gesundheit oder die Sicherheit von Verbrauchern gefährdeten. Das sind 20 Prozent weniger Meldungen als im Rekordjahr 2010. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der gemeldeten Produkte damit erstmals zurück.

Rapex-Report: Rückgang der gefährlichen Produkte
W. Landmesser, WDR Brüssel
08.05.2012 14:59 Uhr

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EU-Kommission spricht von Erfolg des Schnellwarnsystems

Die EU-Kommission sieht darin ein Zeichen dafür, dass sich das Rapex-System inzwischen bewährt hat und "auch die Mitgliedsländer das System effizienter nutzen, da inzwischen klarer ist, wo und wann es am wichtigsten ist zu handeln". Die Brüsseler Behörde räumte aber auch ein, dass der Rückgang der Meldungen vor gefährlichen Produkten auch auf gekürzte Mittel und somit auf Personalknappheit in den Behörden der Mitgliedsländer zurückgehen könnte. Neben den 27 EU-Ländern beteiligen sich auch Island, Norwegen und Liechtenstein an dem Warnsystem.

Als Erfolg wertete die EU-Kommission die Tatsache, dass weniger gefährliche Produkte aus China entdeckt worden. Zwar stammen 54 Prozent und damit die Mehrheit aller als gefährlich eingestuften Waren aus der Volksrepublik. Doch im Vergleich zum Jahr 2010 sank der Anteil um vier Prozentpunkte. Fast jedes fünfte bedenkliche Produkt kam aus Europa selbst, darunter auch 43 Waren aus Deutschland.

Über das Schnellwarnsystem Rapex werden Produkte gemeldet, die Konsumenten sowie der Umwelt schaden können oder eine Gefahr am Arbeitsplatz darstellen. Bedenkliche Lebensmittel und Medikamente werden jedoch über gesonderte Warnsysteme erfasst und sind in der Statistik nicht enthalten.

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