Wegweiserschild in einem Praktiker-Markt

Insolvenzverfahren Praktiker-Gläubiger gehen leer aus

Stand: 17.10.2013 20:21 Uhr

Es ist eine schlechte Nachricht für alle Gläubiger der insolventen Muttergesellschaft der Baumarktkette Praktiker: Sie werden aller Wahrscheinlichkeit nach völlig leer ausgehen. Wie der Vertreter der Anleihegläubiger, Ingo Scholz, mitteilte, hat Insolvenzverwalter Udo Gröner bereits Anfang Oktober die sogenannten Masseunzulänglichkeit angezeigt.

Diese "Insolvenz in der Insolvenz" bedeutet, dass das restliche Geld allenfalls noch reicht, um die Verfahrenskosten zu decken, aber nicht, um die Forderungen der Gläubiger wenigstens zum Teil zu erfüllen. Davon betroffen sind vor allem die Zeichner einer 250 Millionen Euro schweren Anleihe, die von Scholz vertreten worden waren. Die Anleihe wurde aber seit Beginn der Insolvenz nicht mehr bedient. Scholz stelle seine Tätigkeit daher vorerst ein, erklärte der Anwalt der Frankfurter Kanzlei Ashurst. Auch die Mitarbeiter in der Praktiker-Zentrale könnten von der Masseunzulänglichkeit betroffen sein. Die Beschäftigten in den Filialen sind bei Tochtergesellschaften von Praktiker angestellt.

Wegweiserschild in einem Praktiker-Markt

Bitte gehen Sie zum Ausgang: Bei Praktiker ist nichts mehr zu holen.

Die Gläubiger der AG hatten nach Anmeldung der Insolvenz im Juli vor allem auf einen lukrativen Verkauf der Baumarkt-Tochter Max Bahr gesetzt. Doch nachdem diese selbst Insolvenz anmelden musste, platzten die Hoffnungen rasch.

Hellweg soll übernehmen

Der Betriebsrat von Max Bahr sieht dennoch Chancen für eine Fortführung des Unternehmens. "Wir haben wieder etwas berechtigte Hoffnung, dass es mit Max Bahr weitergehen wird", sagte Gesamtbetriebsratschef Ulrich Kruse der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Konsortium um die Dortmunder Baumarkt-Kette Hellweg soll die Märkte nun übernehmen. Die Gläubiger sprachen sich dafür aus, mit dem Konsortium um Hellweg und den ehemaligen Max-Bahr-Chef Dirk Möhrle über die Übernahme von 73 Baumärkten zu verhandeln. Damit könnten bis zu 3600 der 6400 Arbeitsplätze gerettet werden. Der zweite Bieter, die Supermarkt- und Baumarktkette Globus aus dem Saarland, hatte sich nicht mit dem Vermieter der meisten Max-Bahr-Märkte, der Royal Bank of Scotland (RBS), auf Mietkürzungen einigen können.