Praktiker

Zahlungsunfähigkeit von Praktiker Insolvenzverwalter setzt auf Rettung

Stand: 12.07.2013 16:36 Uhr

Der vorläufige Insolvenzverwalter der Baumarktkette Praktiker will die Filialen in Deutschland vorerst nicht schließen lassen.

"Zunächst müssen wir den Geschäftsbetrieb der Unternehmen stabilisieren, um so die Voraussetzung dafür zu schaffen, möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze zu sichern", sagte Rechtsanwalt Christopher Seagon, der vom Amtsgericht Hamburg für den zahlungsunfähigen Konzern bestellt worden war.

Die Praktiker-Filialen blieben geöffnet, "der Verkauf geht mit allen Beschäftigten unverändert weiter". In den kommenden Wochen wolle er "Möglichkeiten für ein Sanierungskonzept prüfen", kündigte der Jurist an. Um die Löhne und Gehälter der etwa 8600 Mitarbeiter in den acht Gesellschaften sicherzustellen, will Seagon kurzfristig die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes beantragen.

Max Bahr nicht von Insolvenzantrag betroffen

Am Donnerstag hatten acht Tochterfirmen in Deutschland beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz beantragt. Die Marke Max Bahr und das Praktiker-Auslandsgeschäft sind von den Insolvenzanträgen nicht betroffen.

Praktiker schreibt seit Jahren rote Zahlen. Der Baumarktkonzern war unter anderem durch eine fehlgeschlagene Rabattstrategie in die Krise geraten. Das Unternehmen hatte zuletzt mit 20.000 Mitarbeitern drei Milliarden Euro umgesetzt.

Unterdessen signalisierten die Konkurrenten von Praktiker Interesse an dem Konzern. Der Vorstandschef der Hornbach-Gruppe, Albrecht Hornbach, sagte der Nachrichtenagentur dpa, er werde prüfen, ob vereinzelt Standorte ins Konzept des Unternehmens passten. Ähnlich hatten sich zuvor Hagebau und Obi geäußert.