Logos von Deutscher Bank und Postbank | Bildquelle: dpa

Tarifgespräche bei der Postbank Ver.di erklärt Verhandlungen für gescheitert

Stand: 10.09.2019 14:08 Uhr

Der Tarifkonflikt zwischen ver.di und der Postbank spitzt sich zu. Die Gewerkschaft hat die Gespräche mit der Deutsche-Bank-Tochter abgebrochen. Sie will nun in einer Urwahl über Streiks abstimmen.

Bei der Deutsche-Bank-Tochter Postbank drohen neue Streiks. Die Gewerkschaft ver.di erklärte die Tarifverhandlungen für gescheitert. Die Gewerkschaft bezeichnete das jüngste Angebot der Bank für die rund 12.000 Mitarbeiter mit Postbank-Tarifverträgen als inakzeptabel.

"Wer in der dritten Verhandlungsrunde eine Gehaltserhöhung unterbreitet, die unterhalb der zu erwartenden Teuerungsrate liegt, und damit die Gehälter entwertet, statt diese angemessen zu erhöhen, der fordert eine sehr deutliche Reaktion der Beschäftigten geradezu heraus", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christoph Meister. Die Gewerkschaft werde nun eine Urabstimmung über Streiks einleiten.

Sieben Prozent Gehaltserhöhung gefordert

Ein Postbank-Sprecher erklärte, das Geldhaus habe für die Beschäftigten der Postbank ein tragfähiges und dem aktuellen Markt- und Branchenumfeld angemessenes Angebot abgegeben. Die Bank sei weiterhin daran interessiert, die Verhandlungen in weiteren Runden zu einem einvernehmlichen Ergebnis zu bringen. Zu den Details der Offerte wollte er sich nicht äußern.

Nach Gewerkschaftsangaben bot die Bank zuletzt an, die Gehälter ab 1. April 2020 um 1,7 Prozent anzuheben, ab 1. Juli 2021 um 1,0 Prozent und ab 1. Februar 2022 um weitere 1,0 Prozent. Ver.di verhandelt für die rund 12.000 Beschäftigten bei Teilen der DB Privat- und Firmenkundenbank AG, des Postbank Filialvertriebs sowie des BHW-Kreditservice und weiterer Tochterunternehmen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem sieben Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie die Wahlmöglichkeit zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit.

2000 Stellen sollen wegfallen

Schon in der jüngsten Vergangenheit hatte es Warnstreiks gegeben. Die Deutsche Bank hatte sich 2017 entschieden, die Postbank nicht zu verkaufen, sondern in den Konzern zu integrieren. Dabei sollen bis 2022 weitere rund 2000 Stellen wegfallen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. September 2019 um 11:15 Uhr und 12:15 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: