Protest in Lissabon gegen Sparpolitik

Protest gegen Sparpolitik Wütende Portugiesen schicken Troika "zum Teufel"

Stand: 02.03.2013 21:50 Uhr

Hunderttausende Menschen sind in Portugal gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Straße gegangen. "Troika und Regierung raus", "Portugal an die Wahlurnen" und "Wahlen jetzt" gehörten zu den Parolen auf den Spruchbändern. Bei einem Protestmarsch in der Hauptstadt Lissabon sangen die Demonstranten die Hymne der Nelkenrevolution von 1974, die Portugal den Weg zur Demokratie ebnete.

"Zum Teufel mit der Troika"

Nach Angaben der Veranstalter nahmen an den Kundgebungen in mehr als 30 portugiesischen Städten insgesamt 1,5 Millionen Menschen teil. Die Polizei gab bislang keine Teilnehmerzahlen bekannt. Organisiert wurden die Proteste von einer überparteilichen Bürgerbewegung namens "Zum Teufel mit der Troika". Die Troika - gemeint sind die Europäische Kommission (EU), die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF), die für ihre Hilfe in der Euro-Krise Sparanstrengungen verlangen.

Portugal hatte 2011 von seinen internationalen Geldgebern EU, EZB und IWF rund 78 Milliarden Euro Kredite zugesagt bekommen, im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung des liberal-konservativen Ministerpräsidenten Pedro Passos Coelho zu weiteren Sozialkürzungen. Dafür sollen Unternehmensabgaben gesenkt werden, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Die portugiesische Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich erneut um zwei Prozent schrumpfen. Es wäre das dritte Rezessionsjahr in Folge. Die Arbeitslosenquote in dem südeuropäischen Land liegt mit 17,6 Prozent so hoch wie nie zuvor.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Beatbotaniker 03.03.2013 • 04:18 Uhr

@ dummschnacker ..und ist längst hinfällig

sehe ich ähnlich bzw. ist wohl fakt, diese Kritik ist jedoch längst hinfällig und nicht nur auf die Marktwirtschaft beschränkt. Ausbeutung ist weitreichender und historisch gesehn ein Dauerzustand und hatte schon immer keine Grenzen. Abgesehn davon haben wir paradiesische Zustände für die Unternehmer, Mächtigen,.. na, die da oben eben.. Sklaverei wurde durch Gier ersetzt, was wohl der Grund ist das wir nach Arbeit suchen, wo es doch so viel zu tun gibt. Vielleicht sagen wir besser: Der Mensch ist in einem anderen - immernoch fiktiven - System relevanter als eine Bank und muss deshalb im Zweifelsfall bevorzugt werden. Am besten wäre ein System ohne Bank um den Zweifelsfalle von vornherein auszuschliessen! Wir sollten uns neu Erfinden.!!?