Pötsch und Müller stehen sich bei einer VW-Hauptversammlung in Stuttgart gegenüber. | Bildquelle: dpa

VW-Dieselskandal Ermittlungen gegen Pötsch und Müller eingestellt

Stand: 20.08.2020 14:05 Uhr

Sie müssen kein Gerichtsverfahren wegen Marktmanipulation in der Dieselaffäre mehr fürchten: Porsche-SE-Chef Pötsch und Ex-VW-Chef Müller. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat die Ermittlungen eingestellt.

Nach dem Landgericht Braunschweig hat nun auch die Stuttgarter Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Chef der VW-Holding Porsche SE, Hans Dieter Pötsch, eingestellt. Für Ex-VW-Chef Matthias Müller ist der Fall ebenfalls erledigt. Es werde nicht mehr ermittelt, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart mit. Nur Müllers Vorgänger Martin Winterkorn, der wegen des Dieselskandals 2015 zurücktrat, steht weiter im Fokus der Justiz.

Einstellung gegen Geldauflage

Rund dreieinhalb Jahre wurde gegen Pötsch und Müller ermittelt. Der Vorwurf: Marktmanipulation. Die VW-Spitze soll die Anleger der Porsche SE absichtlich zu spät über die Abgasmanipulation und die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Folgen informiert haben.

Im Mai war vor dem Landgericht Braunschweig ein Strafverfahren gegen Pötsch und VW-Vorstandschef Herbert Diess vor Prozessbeginn gegen Zahlung einer Geldauflage von jeweils 4,5 Millionen Euro beendet worden. Auch in Stuttgart wurde eine Zahlung fällig - diesmal 1,5 Millionen Euro, aber nur für Pötsch. Wie auch im Braunschweiger Verfahren übernimmt Porsche SE die Rechnung.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 20. August 2020 um 15:30 Uhr.

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