Autos stauen sich in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) in der Nähe des Hauptbahnhofs. | Martin Gerten/dpa

Statistisches Bundesamt Zahl der Autos pro Haushalt nimmt zu

Stand: 15.09.2021 10:13 Uhr

In Deutschland ist die Zahl der zugelassenen Pkw im vergangenen Jahr gestiegen. Rechnerisch besitzt jeder Haushalt mehr als ein Auto. Zwei Drittel aller Pendler nutzen ein Auto - auch für kurze Strecken.

Die Zahl der Autos in Deutschland hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Anfang Januar 2021 waren bundesweit 48,2 Millionen Pkw zugelassen. Das waren 14 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In den privaten Haushalten ging der Trend in den vergangenen zehn Jahren offenbar allen Klimasorgen zum Trotz zum Zweit- oder Drittwagen: Im Jahr 2010 kamen auf 100 Haushalte rechnerisch 102 Autos. Zehn Jahre später waren es 108, wie die Statistiker mitteilten.

Mehr als zwei Drittel aller Erwerbstätigen (68 Prozent) fuhren 2020 mit dem Auto zur Arbeit, auch bei Strecken von weniger als zehn Kilometern. Gerade einmal rund 13 Prozent nutzten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder Zug für ihren Arbeitsweg. Jeder zehnte Erwerbstätige fährt regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Hälfte der Arbeitswege unter zehn Kilometer

Fast die Hälfte aller Erwerbstätigen (48 Prozent) hat nach eigenen Angaben weniger als zehn Kilometer zum Arbeitsplatz zurückzulegen. Für 29 Prozent ist der Weg zur Arbeit zehn bis unter 25 Kilometer lang, 14 Prozent legen 25 bis unter 50 Kilometer zurück. 

Die Zahlen basieren auf einer alle vier Jahre durchgeführten Pendlererhebung. Im Vergleich zur letzten Erhebung für das Jahr 2016 sind die Prozentanteile der einzelnen Verkehrsmittel nahezu unverändert. Die Angaben für das Jahr 2020 beziehen sich nach Angaben des Bundesamtes auf die gut 38,9 Millionen der insgesamt 41,6 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland, die bei der Befragung Angaben zur Entfernung vom Wohnort zum Job sowie zu Zeitaufwand und Verkehrsmittel für den Arbeitsweg gemacht haben.

Deutschland liegt im EU-Durchschnitt

Im EU-Vergleich liegt Deutschland im Hinblick auf die führende Rolle des Autos laut Statistikamt in etwa im Durchschnitt: 84 Prozent des motorisierten Personenverkehrs entfielen 2018 hierzulande auf Pkw, neun Prozent auf Züge, sechs Prozent auf Busse und zwei Prozent auf Tram und U-Bahnen. 2010 lag der Anteil des Autos am motorisierten Personenverkehr in Deutschland bei 85 Prozent.

Im Durchschnitt aller EU-Mitgliedsstaaten machten im Jahr 2018 nach Angaben der Europäischen Kommission Autos 81 Prozent des motorisierten Personenverkehrs aus. Besonders intensiv wurde das Auto demnach in Litauen und Portugal genutzt, am wenigsten in Tschechien sowie in Ungarn und Österreich.  

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. September 2021 um 14:00 Uhr.