Ein Schlüssel mit einem Airbnb-Anhänger steckt in einem Türschloss | Bildquelle: dpa

Strafe für illegale Vermittlung Paris will Airbnb zur Kasse bitten

Stand: 10.02.2019 14:41 Uhr

Die Stadt Paris sucht die Konfrontation mit Airbnb. Bürgermeisterin Hidalgo verlangt eine Rekordstrafe von dem Unterkunftsvermittler. Es geht um einen zweistelligen Millionenbetrag.

Die Stadt Paris zieht gegen den Unterkunftsvermittler Airbnb vor Gericht und verlangt nach eigenen Angaben eine Millionenstrafe. Bürgermeisterin Anne Hidalgo erklärte via Twitter: "Illegale Touristenunterkünfte, die die Mietpreise erhöhen und die Bewohner belästigen: Es reicht! Ich habe beschlossen, die Websites zur Verantwortung zu ziehen."

Saftige Strafe

Hidalgo wirft dem Unternehmen nun vor, 1000 nicht-registrierte Wohnungen auf seiner Seite anzubieten. Auf jedes nicht legale Angebot entfalle eine Strafe von 12.500 Euro. Daraus ergebe sich eine Strafe von 12,5 Millionen Euro, so die Bürgermeisterin.

Privatleute, die in der französischen Hauptstadt gelegentlich Zimmer oder Wohnungen über Plattformen wie Airbnb vermieten, brauchen eine Registrierungsnummer von der Stadtverwaltung. Die maximale Vermietungsdauer beträgt 120 Tage.

Airbnb verweist auf die Vermieter

Airbnb weist die Vorwürfe zurück. Die Plattform hat nach eigenen Angaben die Vermieter in Paris weitgehend über die aktuellen Vorschriften informiert. "Dennoch behaupten wir, dass die in Paris erlassenen Vorschriften, von denen jeder fünfte Pariser betroffen ist, ineffektiv und unverhältnismäßig sind und gegen die europäischen Vorschriften verstoßen", hieß es in einer Stellungnahme.

Hidalgo sagte der Zeitung "Le Journal Du Dimanche", es gehe nicht um diejenigen Pariser, die ihre Unterkünfte ein paar Tage im Jahr vermieten, um über die Runden zu kommen. Das Problem seien Besitzer, die das ganze Jahr über Wohnungen an Touristen vermieten, ohne sie anzumelden. Plattformen wie Airbnb würden sich zu "Komplizen" machen. Deshalb fordere sie nun eine "Rekordstrafe".

Unter Verweis auf die Wohnungsknappheit in Paris bemüht sich das Rathaus schon länger, die Vermietung über Online-Plattformen stärker zu regulieren. Bereits im April 2018 war Paris gegen Airbnb und die Plattform Wimdu rechtlich vorgegangen und hatte sie per Eilverfahren dazu aufgefordert, Anzeigen ohne Registrierungsnummer nicht mehr zu veröffentlichen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Februar 2019 um 20:00 Uhr.

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