Nach verheerendem Brand in Karatschi KiK ließ in pakistanischer Unglücksfabrik produzieren

Stand: 18.09.2012 14:59 Uhr

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KiK ließ in der Fabrik in Karatschi Jeanswaren herstellen.

Die pakistanische Textilfabrik, in der vor einer Woche mehr als 250 Arbeiter verbrannten, hat auch für den deutschen Markt produziert. Sie belieferte unter anderem den Textil-Discounter KiK, wie dessen Mutterkonzern Tengelmann bestätigte. KiK erklärte, er habe in der Fabrik in Karatschi Jeanswaren produzieren lassen.

Frühere Brandschutzmängel laut Bericht behoben

Warum es in der Fabrik die folgenschweren Brandschutzmängel gegeben habe, konnte Kik auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht erklären. "Grundsätzlich verpflichtet KiK alle Lieferanten auf die Erfüllung und Einhaltung elementarer Arbeitsrechte und Sicherheitsstandards", hieß es. Externe, unabhängige und zugelassene Zertifizierungsunternehmen hätten die Fabrik in Karatschi geprüft. Nachdem es 2007 noch Hinweise auf mangelnden Brandschutz gegeben habe, seien Nachbesserungen umgesetzt worden. Ein Prüfbericht vom 30. Dezember 2011 habe die Einhaltung bestätigt, erklärte das Unternehmen.

Brennende Textilfabrik in Karatschi
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In der Textilfabrik erstickten viele Arbeiter, weil der Brandschutz vernachlässigt worden sein soll.

Bei dem Feuer in der Fabrik waren auch deshalb so viele Menschen ums Leben gekommen, weil die Vorschriften zum Brandschutz und Arbeitsschutz nicht eingehalten worden waren. Laut Behörden und Augenzeugen erstickten die meisten Opfer, weil Notausgänge fehlten, Fenster vergittert und Treppen mit fertigen Waren zugestellt waren. Die Beschäftigten mussten laut Feuerwehr ohne ausreichende Belüftung in viel zu kleinen Räumen arbeiten. Alle Ausgänge außer dem Haupteingang waren demnach verriegelt.

Mehr als 250 Tote

Nach neuesten Erkenntnissen hielten sich zum Zeitpunkt des Feuers bis zu 600 Arbeiter in dem Gebäude auf. Mindestens 258 von ihnen starben. Einige Quellen sprechen von 289 Toten. Nach eigenen Angaben richtet KiK zusammen mit anderen Kunden der Textilfabrik einen Hilfsfonds ein.

Die Regierung der Provinz Sindh hatte den ehemaligen Richter Zahid Qurban Alvi beauftragt, die Brandursache und die hohe Zahl der Opfer zu untersuchen. Die Polizei ermittelt wegen Mordes gegen die Inhaber des Betriebs und die Geschäftsführung.

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