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Neue Spekulationen um General Motors GM will angeblich Milliarden in Opel investieren

Stand: 03.09.2009 08:30 Uhr

Die Lage um Opel wird immer undurchsichtiger: General Motors will angeblich mehr als eine Milliarde Dollar in den deutschen Autohersteller investieren. Völlig unklar ist, woher das Geld kommen soll. Nach Medienberichten gibt es bei GM zudem weiterhin Überlegungen, Opel in die Insolvenz gehen zu lassen.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington

Die Konzernzentrale von General Motors in Detroit
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GM erwägt offenbar auch wieder eine Insolvenz von Opel.

Der Verwaltungsrat von General Motors diskutiert nach Angaben des US-Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg zurzeit noch einmal alle Optionen - darunter auch die Möglichkeit, die europäische Tochter Opel komplett im Konzern zu behalten. Unter Berufung auf einen GM-Insider berichtet Bloomberg, die Regierungen mehrerer europäischer Opelstandorte, darunter Großbritannien, Spanien und Polen seien bereit eine solche Lösung mit insgesamt einer Milliarde Euro zu unterstützen. Diese Länder befürchteten nämlich, im Fall eines Opel-Verkaufs an den Autozulieferer Magna viele Arbeitsplätze zu verlieren während die deutschen Opel–Standorte geschont würden, so die Information des "Wall Street Journal".

Die Zeitung behauptet ebenfalls unter Berufung auf einen anonymen Insider, der GM-Verwaltungsrat sei bereit, über eine Milliarde Dollar in Opel zu investieren. Außerdem behalte sich der aus einer geschützten Insolvenz gestärkt hervorgegangene GM-Konzern vor, Opel in die Insolvenz gehen zu lassen und nach einem ähnlichen Muster zu sanieren.

Woher nimmt GM das Geld?

Unklar ist, ob GM in letzter Zeit verstärkt das Gerücht streuen lässt, man wolle Opel behalten, um die  Bundesregierung und die Interessenten Magna und RHJI unter zusätzlichen Druck zu setzen. Oder ob GM wirklich dran interessiert ist, Opel als hundertprozentige Tochter im Konzern zu belassen, um den  überlebenswichtigen Automarkt Europa nicht zu verlieren. Und offen bleibt die Frage, woher GM die über 4,5 Milliarden Dollar nehmen will, um im Alleingang das Überleben der Opel-Tochter zu finanzieren. GM-Vizechef Smith hat jedenfalls immer wieder beteuert, man werde die US-Regierung nicht um weitere Darlehen bitten.

Die Zitterpartie für Opel geht also weiter: Ob es in der GM-Verwaltungsratssitzung am 8. September bereits ein GM-Votum in Sachen Opel gibt, ist völlig offen. Nach Informationen der New York Times hat der mächtige Verwaltungsrat-Chef Edward Whitacre nach wie vor große Zweifel daran, dass ein Opel-Verkauf an Magna die betriebswirtschaftlich beste Lösung für GM darstellt. Der Verwaltungsratsboss, der über beste Drähte nach Washington verfügt, sieht nämlich in Magna auf Dauer einen gefährlichen GM-Konkurrenten auf dem russischen Markt.

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