Opel

Medien: Neues US-Angebot, Magna verschiebt Entscheidung Poker um Opel geht weiter

Stand: 12.07.2009 17:09 Uhr

Der Poker um die Übernahme von Opel geht weiter: Während der aussichtsreichste österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna Medienberichten zufolge seinen Zeitplan für einen Einstieg bei Opel geändert haben soll, sagte ein Sprecher der GM-Europasparte, der Ableger des US-Finanzinvestors Ripplewood, RHJ, und der chinesische Autobauer BAIC hätten ihre Angebote geändert und seien in einer wettbewerbsfähigeren Lage als zuvor.

Garantie für alle deutschen Standorte?

Der GM-Europa-Sprecher sagte, der Konzern sei mit allen drei Bietern in intensiven Gesprächen. Der "Bild am Sonntag" zufolge verhandelt RHJ bereits seit Wochen intensiv mit der ehemaligen Opel-Mutter General Motors und will noch im Laufe der kommenden Woche dem GM-Vorstand in Detroit und dem Treuhand-Beirat, der die Mehrheit an Opel hält, ein komplexes Vertragswerk vorlegen. Darin werde festgehalten, dass alle deutschen Opel-Standorte erhalten bleiben. Quellen für seinen Bericht nannte das Blatt allerdings nicht.

Kräftemessen um Opel geht weiter
ARD-Morgenmagazin, Axel John, ARD Berlin

Der RHJ-Restrukturierungsplan sehe außerdem einen Garantiebedarf der europäischen Staaten mit GM-Standorten von insgesamt 3,8 Milliarden Euro vor, die spätestens bis 2014 zurückgezahlt werden sollten - das wäre knapp eine Milliarde Euro weniger als beim derzeitigen Favoriten, dem kanadischen Zulieferer Magna.

Kein Zeichen für Blockade von Magna

Die Verschiebung der Entscheidung Magnas über den Einstieg bei Opel war zwar erwartet worden, ist indes nach Informationen aus Verhandlungskreisen kein Zeichen für eine Blockade. Man befinde sich in den Schlussgesprächen, hieß es. Die Verzögerungen sollten auch nach Ansicht von Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz nicht überbewertet werden. "Es kann im Endspurt sein, dass der Abschluss noch um zwei bis drei Tage verschoben wird", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag". Dies sei "nichts Besorgniserregendes".

Der "Automobilwoche" zufolge verschob der Zulieferer eine für Dienstag erwartete Aufsichtsratssitzung auf einen nicht genannten Termin. Damit sei auch der 15. Juli als Stichtag hinfällig, den Magna für die Vorlage eines Vorvertrags mit Opel plante. Es seien viele Details ungeklärt.

Nach wie vor im Rennen ist auch noch der chinesische Autobauer BAIC. Ihm wurden aber bislang wenig Chancen eingeräumt. Das asiatische Unternehmen sei zu klein, um eine Übernahme des angeschlagenen Autoproduzenten stemmen zu können, meinten die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Hessen, Kurt Beck und Roland Koch. BAIC möchte die Mehrheit an Opel für 660 Millionen Euro kaufen. Zudem fordert das Unternehmen fast 2 Milliarden Euro weniger Staatshilfe als Magna.

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