Opel-Mitarbeiter nach der Bekanntgabe der Schließung des traditionsreichen Antwerpener Werks

Opel schließt das Werk Antwerpen "Es ist ein Drama"

Stand: 21.01.2010 14:01 Uhr

Nun ist es endgültig: Der US-Autokonzern General Motors (GM) schließt das Opel-Werk im belgischen Antwerpen. Das teilte Opel mit, nachdem zuvor die Mitarbeiter in Antwerpen bei einer Betriebsversammlung über den Beschluss informiert worden waren. Die 2500 Mitarbeiter sollen entlassen werden. Die Entscheidung beruhe "auf politischen und keineswegs ökonomischen Elementen", sagte der Generalsekretär der Gewerkschaft CSC Metall, Walter Cnop, der Nachrichtenagentur AFP. "Es ist ein Drama."

Opel-Chef Nick Reilly gibt auf einer Pressekonferenz das Aus für den Standort Antwerpen bekannt.
galerie

Opel-Chef Nick Reilly gibt auf einer Pressekonferenz das Aus für den Standort Antwerpen bekannt.

"Wir sind uns der Tragweite bewusst, die diese Ankündigung für die Beschäftigten in Antwerpen und ihre Familien hat und fühlen mit ihnen", sagte Opel-Chef Nick Reilly. General Motors wolle mit der flämischen Regierung über die Finanzierung von Umschulungsprogrammen für die Belegschaft beraten. Die Produktion solle bereits in den kommenden Monaten auslaufen - ob im Juni oder im Juli, wisse er noch nicht.

Die Mitarbeiter hatten bereits erwartet, dass die Fabrik geschlossen werden soll. Gewerkschaftsangehörige besetzten den Parkplatz; fertig produzierte Autos konnten das Werk nicht mehr verlassen. Im Werk Antwerpen, das 1924 unter dem Namen "General Motors Continental" gegründet wurde, wurde zuletzt der Opel Astra produziert.

Neuer Konflikt um Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter

Der Sanierungsplan von Opel sieht vor, im laufenden Jahr etwa 8300 der knapp 50.000 Stellen in Europa abzubauen, vor allem in Deutschland und Belgien. Reilly nannte für Deutschland die Zahl von 4000 Beschäftigten, die in diesem Jahr wegfallen sollen. Weitere Werksschließungen seien aber nicht geplant.

Opel-Chef Reilly kündigt Schließung des Antwerpener Werkes an
tagesschau 20:00 Uhr, 21.01.2010, Markus Preiß, ARD Brüssel

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Mit der Schließung droht der Führung des Mutterkonzerns GM auch ein Wiederaufflammen des Konflikts mit den Arbeitnehmern. Sie sollen sich über Lohnverzicht mit einem dreistelligen Millionenbetrag an der Sanierung des angeschlagenen Autobauers beteiligen. Ihre Bedingung dafür war aber unter anderem der Verzicht auf Betriebsschließungen. Der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, bekräftigte das noch einmal: Es bleibe bei der Aussage, dass bei der Sanierung des Autobauers betriebsbedingte Kündigungen oder Schließungen europäischer Standorte vom Betriebsrat nicht akzeptiert würden.

"Kein Cent Arbeitnehmerbeiträge"

Opel-Mitarbeiter bei der Betriebsversammlung in Antwerpen
galerie

Opel-Mitarbeiter bei der Betriebsversammlung in Antwerpen

Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz erklärte, die Belegschaft werde "keinen Cent Arbeitnehmerbeiträge für die Schließung des Werkes" in Antwerpen leisten. Er warf General Motors Vertragsbruch vor, weil der Konzern erst vor drei Jahren zugesagt habe, die Auslastung des belgischen Werks mit einem neuen Modell - einem kleinen SUV-Geländewagen - sicherzustellen. Die Beschäftigten in Antwerpen hätten für diese Zusage seit 2007 eine Gegenleistung im Wert von 26 Millionen Euro jährlich erbracht. Opel-Chef Reilly erklärte dazu, es sei "ökonomischer, den SUV in Südkorea zu bauen".

Es war seit längerem bekannt, dass die Geschäftsführung den Standort Antwerpen schließen wollte. Auch der Sanierungsplan des lange als Opel-Käufer vorgesehenen Magna-Konzerns beinhaltete das Aus für das Werk.

Darstellung: