Ein Mitarbeiter im Opel-Werk Eisenach. | Bildquelle: dpa

Deutsche Standorte Opel kann weitere Stellen streichen

Stand: 14.01.2020 10:58 Uhr

Der Autobauer Opel kämpft mit Überkapazitäten. Dass bis Ende kommenden Jahres bis zu 2100 Stellen wegfallen, ist fix. Nun kann Opel in den Jahren danach zusätzlich noch 2000 Stellen in seinen deutschen Werken streichen.

Der Autobauer Opel kann weiter schrumpfen. Die Tochter des französischen PSA-Konzerns hat sich Optionen zum weiteren Abbau von Arbeitsplätzen in seinen deutschen Werken gesichert. Ein entsprechender Bericht des "Handelsblatts" wurde in Unternehmenskreisen bestätigt.

Neben den bereits fest mit Betriebsrat und IG Metall verabredeten 2100 Stellenstreichungen können später in zwei Stufen bis zu 2000 weitere Jobs gestrichen werden, wenn der Betriebsrat zustimmt und sich ausreichend Freiwillige für Vorruhestand, Altersteilzeit oder Abfindungen finden. Für die verbleibenden Mitarbeiter soll im Gegenzug der Kündigungsschutz verlängert werden - bei voller Ausnutzung des Programms bis Mitte 2029. Die Vereinbarung gilt für die Werke Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern.

Opelwerk in Rüsselsheim | Bildquelle: REUTERS
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Am Opel-Stammwerk in Rüsselsheim könnten besonders viele Stellen wegfallen.

Standort Rüsselsheim soll gesichert werden

Im Einvernehmen mit der Gewerkschaft will Opel zunächst die vereinbarten 2100 Jobs bis Ende 2021 abbauen. Im Gegenzug verlängert sich die Beschäftigungssicherung für die verbleibenden Mitarbeiter um zwei Jahre bis Mitte 2025, wie das Unternehmen mitteilte. Der Standort Rüsselsheim, an dem rund 70 Prozent der deutschen Opelaner beschäftigt sind, könnte dabei überproportional getroffen werden. Grund sind Überkapazitäten bei Ingenieuren, die sich mit der Fusion zwischen PSA und Fiat-Chrysler noch verschärfen dürften.

Das dortige Montagewerk soll aber mit zusätzlichen Varianten des Kompaktwagen Astra einschließlich eines Hybrid-Modells ab 2021 im Zweischichtbetrieb gesichert werden. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit dem Gesamtbetriebsrat getroffen worden. Der Jobabbau soll erneut über Freiwilligenprogramme mit Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen organisiert werden.

Die Peugeot-Mutter PSA hatte Opel im Jahr 2017 mit rund 19.000 Beschäftigten in den deutschen Werken übernommen und trimmt den Traditionshersteller seither auf Effizienz. In den deutschen Opel-Werken unterzeichneten bereits rund 6800 Beschäftigte Verträge zu Altersteilzeit, Vorruhestand oder Abfindungen.

Stellenabbau bei Opel
Lars Hoffmann, HR
14.01.2020 20:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 14. Januar 2020 um 11:04 Uhr.

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