Opel-Logo in Rüsselsheim | Bildquelle: dpa

Medienbericht Teile von Opel sollen verkauft werden

Stand: 04.07.2018 14:02 Uhr

Der französische PSA-Konzern plant offenbar, Teile von Opel zu verkaufen. Einem Medienbericht zufolge geht es um Abteilungen des Forschungszentrums in Rüsselsheim. Laut Opel wurde aber noch keine Entscheidung getroffen.

Der französische Opel-Eigentümer PSA erwägt einem Medienbericht zufolge den Verkauf eines Teils des Opel-Forschungs- und Entwicklungszentrums in Rüsselsheim. Die Zeitung "Le Monde" berichtete in ihrer Online-Ausgabe, PSA und Opel hätten Entwicklungsdienstleister sondiert, darunter die französischen Altran, Akka und Segula sowie den deutschen Bertrandt.

Im Forschungs- und Entwicklungszentrums in Rüsselsheim sind 7700 Ingenieure beschäftigt. Aus PSA-Kreisen hieß es gegenüber "Le Monde", es wäre ein großer Teil der Belegschaft betroffen. Unter Berufung auf ein internes Dokument berichtete das Blatt, PSA habe den Verkauf von Abteilungen mit knapp 4000 Beschäftigten angeboten.

Opel-Mitarbeiter in Rüsselsheim | Bildquelle: dpa
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Offenbar will PSA Abteilungen mit 4000 Beschäftigten verkaufe

Keine Entscheidung getroffen

Rüsselsheim erledige zahlreiche wichtige Aufgaben für PSA, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller. Das Auftragsvolumen der früheren Opel-Mutter General Motors werde in den kommenden Jahren jedoch drastisch abnehmen. Das Unternehmen prüfe daher unterschiedliche Optionen, wie "eine nachhaltige und erfolgreiche Aufstellung im Entwicklungszentrum" erreicht werden könne. "Strategische Partnerschaften mit anderen Unternehmen sind dabei Teil dieser Überlegungen."

Entscheidungen seien noch nicht getroffen worden, sagte Lohscheller. Das Engineering sei und bleibe aber Kern von Opel. Alle künftigen Opel-Modelle würden in Rüsselsheim entwickelt. Lohscheller erklärte, es stehe noch nicht fest, "welche Optionen tragfähige Lösungen sein könnten". Selbstverständlich würden "unsere Sozialpartner in den Prozess eingebunden". Opel stehe zur Ende Mai vereinbarten Beschäftigungssicherung und wolle diese möglichst noch in dieser Woche in einem Tarifvertrag fixieren, sagte Lohscheller.

Der Opel-Chef wies darauf hin, die Geschäftsführung habe mit der IG Metall und dem Gesamtbetriebsrat "regelmäßig und bereits seit Dezember 2017" besprochen, dass sie strategische Partnerschaften in Forschung und Entwicklung prüfe, um langfristig Arbeitsplätze zu sichern". Dies sei Bestandteil der Rahmenvereinbarung, die im Dezember 2017 unterzeichnet wurde.

Betriebsrat bestellt Geschäftsführung ein

Der Gesamtbetriebsrat reagierte erbost auf die Berichte und kündigte heftigen Widerstand an. Die Arbeitnehmervertretung werde einen Verkauf und damit einen "Angriff auf das Herz der Marke Opel und die Beschäftigung" im Entwicklungszentrum nicht kampflos hinnehmen.

Für Donnerstag sei eine Betriebsversammlung einberufen, zu der auch Lohscheller eingeladen sei. Das Management habe gegenüber dem Betriebsrat konkrete Verkaufsabsichten für Teile des Entwicklungszentrums und konkrete Verkaufsangebote verneint, betonten die Arbeitnehmervertreter. Dies sei auch Basis für den kürzlich vereinbarten Abbau von 3700 Stellen gewesen. Sollten sich die Medienberichte bewahrheiten, hätten PSA und das Opel-Management "wissentlich die Unwahrheit gesagt".

Sparprogramm verordnet

Opel schreibt seit Jahren Verluste. Deshalb hatte die französische PSA-Gruppe, die Opel im Sommer 2017 für 1,3 Milliarden Euro von dem US-Hersteller General Motors (GM) übernommen hatte, dem Autobauer und seiner britischen Schwestermarke Vauxhall ein Sparprogramm verordnet. Damit soll der Autobauer bis 2020 wieder profitabel werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte PSA im April aufgefordert, Zusagen hinsichtlich der Arbeitsplätze einzuhalten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Juli 2018 um 04:18 Uhr.

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