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Nach 88 Jahren bei GM Opel-Übernahme durch PSA perfekt

Stand: 01.08.2017 11:41 Uhr

Für Opel beginnt nach 88 Jahren als Tochter des US-Autokonzerns General Motors eine neue Zeitrechnung. Der Autobauer gehört nun dem französischen Konzern PSA Peugeot Citroen. In 100 Tagen soll ein Sanierungsplan vorliegen.

Opel gehört nun zu 100 Prozent dem französischen Konzern PSA Peugeot Citroen. Die Verträge mit dem Verkäufer General Motors seien abgeschlossen, teilte der Autobauer in Rüsselsheim mit. Mit der Übernahme entsteht gemessen an den Absatzzahlen der zweitgrößte Autokonzern Europas - nach Volkswagen.

Opel hatte seit 1929 zu General Motors gehört und war zeitweise der größte Autobauer in Deutschland. Seit 1999 machen die Rüsselsheimer mit ihrer britischen Schwestermarke Vauxhall allerdings keinen Gewinn mehr.

100 Tage Zeit für Sanierungsplan

Bei Opel steht jetzt eine Sanierung an. Der neue Chef Michael Lohscheller hat 100 Tage Zeit, um einen Plan für die Rückkehr in die schwarzen Zahlen vorzulegen. "Wir haben uns selbst das klare Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 wieder profitabel zu sein."

Der bisherige Vorstandschef Karl-Thomas Neumann verlässt das Unternehmen. Für seinen Nachfolger Lohscheller rückt der bisherige PSA-Controller Philippe de Rovira als Finanzchef in den Vorstand. "Opel bleibt deutsch und Vauxhall bleibt britisch. Sie ergänzen unser bestehendes Portfolio aus den französischen Marken Peugeot, Citroën und DS Automobiles perfekt", erklärte Tavares. Es entstehe ein "europäischer Champion".

Opel-Chef Michael Lohscheller und der Vorstandsvorsitzende von PSA Carlos Tavares schütteln die Hände. | Bildquelle: obs
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Der neue Opel-Chef Michael Lohscheller und der Vorstandsvorsitzende von PSA Carlos Tavares wollen Opel bis 2020 in die Gewinnzone führen.

1,7 Milliarden Euro Einsparungen erhofft

Mit der 2,2 Milliarden Euro schweren Übernahme will PSA näher an Volkswagen heranrücken. Die Synergien der gemeinsamen Gesellschaft schätzen die Franzosen mittelfristig auf etwa 1,7 Milliarden Euro im Jahr. Einsparungen werden vor allem in Einkauf und Produktion sowie in Forschung und Entwicklung erwartet. Derzeit hat PSA mit Opel in Europa einen Marktanteil von rund 17 Prozent.

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Die Arbeitnehmer bei Opel begrüßen die Übernahme durch PSA.

Die Arbeitnehmervertretung begrüßte den Abschluss der Übernahme. "Je kürzer die Übergangsphase, desto besser ist das für das Unternehmen und die Beschäftigten", erklärte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. August 2017 um 12:00 Uhr.

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