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Steigender Ölpreis erwartet OPEC einigt sich auf höhere Fördermengen

Stand: 04.12.2020 10:28 Uhr

Nach langen Verhandlungen haben sich die großen Exportstaaten darauf geeinigt, die Ölförderung auszuweiten. Autofahrer müssen dennoch mit höheren Benzinpreisen rechnen.

Die großen Erdöl-Exporteure haben sich am Abend nach zähen Verhandlungen auf einen Kompromiss geeinigt. Danach soll die Ölproduktion ab Anfang 2021 monatlich um nur 500.000 Fass pro Tag angehoben werden, um die Ölpreise zu stabilisieren, ohne sie auf eine erneute Talfahrt zu schicken.

Vom früheren Beschluss abgewichen

Damit weicht die OPEC+ - also die Organisation Erdöl exportierender Länder und ihre zehn Kooperationspartner - von einem früheren Beschluss ab, der eine Anhebung um knapp zwei Millionen Barrel pro Tag vorsah. Zudem wollen die Förderländer flexibel auf die Preisentwicklung reagieren können. Deshalb soll das weitere Vorgehen jeden Monat neu geprüft werden. Hintergrund der neuen Regelung ist die ungewisse Aussicht über den Fortgang der Corona-Pandemie.

Nach der am Donnerstagabend erzielten Einigung der OPEC und ihrer Verbündeten hat der Ölpreis heute seinen Kursanstieg fortgesetzt. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 2,5 Prozent auf zuletzt knapp 50 Dollar das Fass (159 Liter) - so viel wie seit Anfang März nicht mehr. Leichtes US-Öl der Sorte WTI stieg um zwei Prozent auf 46,56 Dollar. Eine Steigerung, die sich auch an den Tankstellen bemerkbar machen wird.

Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr war der Rohölpreis dramatisch eingebrochen. Für ein Fass der Nordseesorte Brent wurde im April nur noch knapp 18 Dollar bezahlt - nach 68 Dollar im Januar.

Große Unsicherheit

Wegen der Coronavirus-Pandemie und der massiven Einschränkungen von Wirtschaft und öffentlichem Leben ist die weltweite Nachfrage nach Erdöl deutlich zurückgegangen. Trotzdem lehnte Russland zunächst eine Drosselung der Ölförderung ab. Das wichtige Förderland Saudi-Arabien senkte daraufhin den Ölpreis massiv und kündigte zudem an, die Fördermenge zu erhöhen.

Mit der Entwicklung von Impfstoffen und der Aussicht auf ein Ende der Pandemie im nächsten Jahr hat sich auch der Ölpreis wieder erholt, ohne jedoch das Niveau von Januar zu erreichen.

Und noch immer ist es schwer vorherzusagen, wie sich die weltweite Nachfrage nach dem Rohstoff entwickeln wird. Deshalb hatte es innerhalb der Opec eine heftige Diskussion über die richtige Strategie auf die schwankende Nachfrage gegeben. Vor allem die Golfstaaten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate waren sich nicht einig.