Eine Frau bedient die Smartphone-App eines Onlinehändlers | Bildquelle: dpa

Statistisches Bundesamt Online-Handel ist klarer Krisengewinner

Stand: 05.10.2020 10:41 Uhr

Der Internet-Handel hat seinen Umsatz in der Corona-Krise noch einmal deutlich steigern können. Besonders beliebt sind bei den Kunden im Netz Bekleidung und Schuhe. Das Nachsehen haben die klassischen Kaufhäuser.

Der Online- und Versandhandel ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes "klarer Gewinner der Corona-Krise". Allein im August steigerte die Branche demnach ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat um 22,9 Prozent. Von April bis Juni habe der reale Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar bei 32 Prozent gelegen.

Aber auch schon vor der Corona-Krise hatte die Branche kräftig zugelegt, wie die Statistiker mitteilten: Von 1999 bis 2019 konnte sie ihre Umsätze mehr als verdoppeln, das Plus betrug 120,3 Prozent. Vor 20 Jahren war das erste deutsche Warenlager des heute weltgrößten Online-Händlers Amazon eröffnet worden. Etwa zur selben Zeit begann der Online-Marktplatz Ebay seine Dienstleistungen einem größeren Publikum in Deutschland anzubieten.

Kaufhäuser müssen vielerorts schließen

Der Boom des Online-Handels geht den Statistiken zufolge mit einem Niedergang der Kaufhäuser einher: Von 1999 bis 2019 büßten sie 42,1 Prozent ihres realen Umsatzes ein. In der Corona-Krise verschärfte sich diese Entwicklung noch einmal: Von April bis Juni lag der Umsatzverlust bei 21,3 Prozent im Vorjahresvergleich. "Vielerorts schließen Kaufhausfilialen, Innenstädte und Fußgängerzonen verlieren damit weiter an Attraktivität", erklärte das Statistische Bundesamt.

Warenhausketten leiden wegen ihres Sortiments

Eine Ursache für die rückläufigen Umsätze der großen Warenhausketten ist nach Einschätzung der Statistiker deren Sortiment, das nicht mit der Vielfalt und den Angebotspreisen im Internet mithalten kann. Einen Großteil ihres Geschäfts machen die Kaufhäuser mit Mode und Kosmetik, daneben gibt es oft eine Auswahl an Haushalts- und Spielwaren.

Doch gerade diese Produkte wurden laut Statistik zunehmend über das Internet bestellt: 68 Prozent der Online-Käufer erwarben 2019 Bekleidung, Sportartikel und Schuhe über das Internet. Diese Warengruppe war damit online die beliebteste. Stark nachgefragt waren online mit einem Anteil von 53 Prozent auch private Gebrauchsgüter beziehungsweise Haushaltswaren, zu denen neben Fahrzeugen und Möbeln unter anderem Geschirr, Waschmaschinen, Stoffe, Bastelmaterial und Spielzeug zählen.

Über dieses Thema berichtete MDR Sachen - Das Sachsenradio am 19. Juni 2020 um 09:30 Uhr in den Nachrichten.

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