OneWeb-Satelliten | Bildquelle: picture alliance/dpa

OneWeb-Initiative Internet aus dem Weltraum

Stand: 27.02.2019 02:57 Uhr

Internet für alle per Satellit: Das ist das Ziel der OneWeb-Initiative, an der Airbus beteiligt ist. Mit einer Sojus-Rakete starten jetzt die ersten sechs Satelliten. Am Ende sollen es 600 sein.

Von Uwe Gradwohl, SWR

Mit Lichtgeschwindigkeit surfen: Das suggeriert die Werbung von Internetanbietern bereits jetzt, wenn es um einen Glasfaseranschluss geht. Dabei breitet sich Licht in der Glasfaser nicht so schnell aus, wie man glauben mag. Dort werden gerade einmal 70 Prozent der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum erreicht. Genau an diesem Punkt sieht Greg Wyler, Gründer der OneWeb-Initiative, eine Chance in sogenannten Satelliten-Megakonstellationen.

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Die OneWeb-Initiative will 600 Satelliten in den Weltraum schießen. Sie sollen in etwa 1000 Kilometern Höhe kreisen.

Die OneWeb-Initiative will 600 Satelliten in den Weltraum heben, Space X für sein Starlink-Netzwerk sogar 4500. Die Satelliten sollen erdnah kreisen. Erdnah bedeutet etwa 1000 Kilometer hoch. Das ist nah genug, damit der Signalempfang an der Erdoberfläche mit speziellen Geräten möglich wird. Außerdem bräuchten Signale quer durch das erdnahe Weltall kürzere Laufzeiten als in den Unterseekabeln, die die Kontinente verbinden.

Börsenhandel braucht rasend schnelles Internet

Börsenhändler in New York | Bildquelle: AFP
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Im weltweiten Börsenhandel kommt es auf Millisekunden an.

Für den normalen Internetnutzer ist der Geschwindigkeitsunterschied unerheblich. Der weltweite Börsenhandel beispielsweise ist beim Austausch von Daten auf jeden Sekundenbruchteil Zeitvorteil aus.

Zur schnelleren Übertragung kommt noch hinzu: Das Internet per Satellit kann auch in abgelegenen Weltregionen empfangen werden, wenn es gelingt, die gesamte Erde mit einem solchen Netzwerk zu umspannen. Dafür sind die großen Stückzahlen notwendig. Die derzeitige Satellitenanzahl im Weltraum würde sich so auf einen Schlag verdoppeln.

Satelliten-Massenstarts sparen Geld

Weil jeder Raketenstart viel Geld kostet, müssen die Satelliten relativ klein und leicht gebaut werden. Das ist technisch mittlerweile möglich. Eine Sojus-Rakete sollte so auf einen Schlag bis zu 40 OneWeb-Satelliten befördern können. Erst durch diese Massenstarts wird das Projekt überhaupt finanzierbar.

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Mehrere OneWeb-Satelliten warten auf die Verladung.

Der Nachteil der Massenproduktion: Ein Konstruktionsfehler beträfe gleich Hunderte Satellitenexemplare. Stellt sich beispielsweise erst beim Betrieb im Weltraum heraus, dass sich im Innern der Satellitenbatterie Gasblasen bilden, kann man nur noch zuschauen, wie der Gasdruck die Batteriezellen zum Platzen bringt und einen Satelliten nach dem anderen zerstört.

So ergeht es gerade der US-Umweltbehörde mit einer älteren Satellitencharge. So könnte neueste Technik im schlimmsten Fall zu Weltraumschrott werden. Den wollen die Ingenieure vermeiden, indem sie die Websatelliten am Ende ihrer Nutzungszeit direkt in die Erdatmosphäre lenken und dort als künstliche Sternschnuppen verglühen lassen.

Internet aus dem All - Netz für alle durch einen Satellitenschwarm?

26.02.2019 15:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 27. Februar 2019 um 07:50 Uhr in der Sendung "Morgenecho".

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