Eine Offshore-Bohrplattform vor Huntington Beach, USA. | Bildquelle: dpa

Prognose der IEA Erdöl-Nachfrage sinkt auf Stand von 1995

Stand: 15.04.2020 13:43 Uhr

In allen Teilen der Welt ist die Mobilität infolge der Corona-Krise stark zurückgegangen - und damit auch der Ölverbrauch. Die IEA rechnet mit einem historischen Einbruch bei der Nachfrage nach Erdöl.

Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet wegen der Folgen der Corona-Krise mit einem beispiellosen Rückgang der Rohöl-Nachfrage. Im laufenden Jahr dürfte die Nachfrage um 9,3 Millionen Barrel pro Tag einbrechen, hieß es im Monatsbericht des Interessenverbands von Industriestaaten. Darin ist von einem Rekordrückgang die Rede.

Vor allem im April dürfte die Nachfrage von der Corona-Krise hart getroffen werden. Die IEA-Experten gehen davon aus, dass sie dann durchschnittlich um 29 Millionen Barrel pro Tag niedriger sein werde als im April 2019.

Rückgang um ein Drittel

Damit erwarten die Fachleute einen Einbruch um nahezu ein Drittel des weltweiten Verbrauchs. Mit diesem Rückgang dürfte im April ein Niveau erreicht werden, dass es zuletzt 1995 gegeben hatte.

Auch im zweiten Quartal, also in den Monaten April bis Juni, dürfte der Verbrauch drastisch unter dem des Vorjahreszeitraums liegen. Erst in der zweiten Jahreshälfte sei mit einer "graduellen Erholung" der Nachfrage zu rechnen, hieß es in dem Bericht. Im Dezember dürfte sie aber immer noch um 2,7 Millionen Barrel pro Tag niedriger sein als ein Jahr zuvor.

In den kommenden Monaten ist laut dem Monatsbericht aber auch mit einem starken Rückgang des Angebots an Rohöl auf dem Weltmarkt zu rechnen. Führende Ölstaaten hatten bei einem Treffen der "Opec+", einem Zusammenschluss der Opec und anderer Förderländer, eine Senkung der Ölproduktion um täglich 9,7 Millionen Barrel für die Monate Mai und Juni beschlossen.

Auch USA und Kanada fördern weniger Öl

Nach Einschätzung der IEA ist auch mit einer Förderkürzung von Ländern außerhalb der Opec zu rechnen, darunter vor allem die USA und Kanada. Insgesamt dürfte sich der Rückgang des Angebots im Mai demnach auf 12 Millionen Barrel pro Tag summieren.

Am Ölmarkt sind die Preise nach Veröffentlichung der IEA-Prognose gesunken. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate fiel am Vormittag zunächst bis auf 19,20 US-Dollar je Barrel und damit auf den tiefsten Stand seit 2002.

Die Rohölpreise waren bereits seit Jahresbeginn um 60 Prozent gesunken. Gründe waren zunächst ein Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland und später die weltweit gesunkene Mobilität infolge der Pandemie.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. April 2020 um 14:00 Uhr.

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