Geldbündel liegen auf einem Tisch. | dpa

Folge der Corona-Pandemie Öffentliche Schulden auf Höchststand

Stand: 28.07.2022 10:18 Uhr

Die öffentliche Verschuldung ist Ende 2021 auf mehr als 2,3 Billionen Euro gestiegen - der höchste je in der Schuldenstatistik gemessene Stand. Grund ist laut Statistischem Bundesamt vor allem die Corona-Pandemie.

Mit mehr als 2,3 Billionen Euro haben die Schulden der öffentlichen Haushalte bei Banken und Privatunternehmen Ende vergangenen Jahres einen Höchststand erreicht. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung waren beim sogenannten nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2021 mit 2321,1 Milliarden Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

"Die öffentliche Verschuldung zum Jahresende 2021 stieg gegenüber dem Jahresende 2020 um 6,8 Prozent oder 148,3 Milliarden Euro auf den höchsten jemals in der Schuldenstatistik gemessenen Schuldenstand", erklärten die Wiesbadener Statistiker. Grund sei insbesondere auf Bundesebene, aber auch in einigen Ländern die Bewältigung der Corona-Pandemie.

Bund: 10,3 Prozent Schulden mehr als Ende 2020

Der Bund war demnach Ende 2021 mit 1548,5 Milliarden Euro verschuldet, das waren 10,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Schulden der Länder stiegen um 0,4 Prozent auf 638,5 Milliarden Euro.

Zum öffentlichen Gesamthaushalt gehören Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie die Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte. Zum nicht-öffentlichen Bereich werden Kreditinstitute und private Unternehmen im In- und Ausland gezählt.

Pro-Kopf-Verschuldung von 27.922 Euro

Die nun endgültigen Zahlen liegen noch über im März bekannt gegebenen vorläufigen Werten. Die Summe entspreche nun einer Pro-Kopf-Verschuldung von 27.922 Euro, erklärte das Bundesamt. Im März waren noch 27.906 Euro errechnet worden.

Bei den Bundesländern gab es die höchste Pro-Kopf-Verschuldung in den Stadtstaaten, wobei diese in Bremen bei 53.834 Euro, in Hamburg bei 19.106 Euro und in Berlin bei 16.897 Euro lag. Bei den Flächenländern war die Verschuldung je Einwohnerin und Einwohner im Saarland mit 14.811 Euro am höchsten, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 11.391 Euro.

Die Gemeinden und Gemeindeverbände standen mit 134,2 Milliarden Euro in der Kreide, laut Bundesamt ist dies ein Anstieg um 0,6 Prozent. Die Sozialversicherung war Ende 2021 mit 45 Millionen Euro verschuldet, eine Million mehr als ein Jahr zuvor.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juli 2022 um 11:00 Uhr.