Mitarbeiter von Mercedes-Benz überwachen im Werk in Bremen, wie ein Roboter in das C-Klasse Hybrid Modell eine Batterie einsetzt. | Bildquelle: dpa

Digitaler Wandel Jeder fünfte deutsche Job bedroht

Stand: 25.04.2019 11:53 Uhr

Neue Technik schafft neue Möglichkeiten. Doch viele deutsche Arbeitnehmer könnte die Digitalisierung den Job kosten. Die OECD sieht in Deutschland sogar überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze bedroht - und nennt Gründe.

Der digitale Wandel könnte sich im Vergleich mit anderen Ländern stärker auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirken. Einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge drohen in den kommenden 15 bis 20 Jahren in Deutschland überdurchschnittliche viele Jobs wegzufallen.

OECD-Studie zu den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt durch Digitalisierung
tagesschau 12:00 Uhr, 25.04.2019, Hanni Hüsch, ARD Berlin

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18,4 Prozent aller deutschen Jobs bedroht

Die Studie der OECD befasst sich als Schwerpunkt mit der Frage, wie sich der Arbeitsmarkt in den 36 Mitgliedsländern der Organisation durch die technischen Entwicklungen verändern wird. Ein Ergebnis: Durch neue Technologie werden Arbeitsplätze wegfallen - im Durchschnitt 14 Prozent aller Jobs und damit jeder siebte Arbeitsplatz.

In Deutschland allerdings ist der Studie zufolge mit 18,4 Prozent jeder fünfte Job bedroht. Dafür nennt die OECD mehrere Gründe. Das liegt unter anderem daran, dass bundesweit das sogenannte verarbeitende Gewerbe stark vertreten ist, also Betriebe die hauptsächlich Güter produzieren oder weiterverarbeiten. Viele Arbeitsschritte können künftig Maschinen ausführen.

Darum werden sich in Deutschland auch mehr berufliche Tätigkeiten durch den technischen Wandel radikal verändern und neue Voraussetzungen erfordern. Auf rund 36 Prozent aller Arbeitsplätze in Deutschland wird das laut Studie zutreffen. Im OECD-weiten Durchschnitt betrifft das nur 31,6 Prozent aller Jobs.

Große Lücken bei der Weiterbildung

Doch vor allem, so kritisiert die Organisation, hinkt Deutschland in Sachen Weiterbildung hinterher - und zwar von geringqualifizierten Erwachsenen. Und gerade die Jobs, für die eine geringe Qualifikation vorausgesetzt wird, seien vom digitalen Wandel besonders stark bedroht.

In keinem anderen ihrer Mitgliedsländer werden Geringqualifizierte so wenig weitergebildet wie in Deutschland, so die OECD. Nur ein Viertel der betroffenen Erwachsenen werden durch entsprechende Angebote geschult. Bei den hochqualifizierten Erwachsenen hingegen ist Deutschland mit einer Weiterbildungsquote von rund 75 Prozent Spitzenreiter unter den OECD-Staaten.

Deutschland müsse die Fortbildung von Erwachsenen stärken, rät die OECD. So sollte ein Arbeitnehmer individuellen Rechtsanspruch auf lebenslanges Lernen haben.

Digitalisierung schafft auch neue Arbeitsfelder

Doch der digitale Wandel birgt aus Sicht der OECD nicht nur Risiken und mit "massiver technologischer Arbeitslosigkeit" sei kaum zu rechnen. Im Gegenteil biete neue Technologie auch Chancen. Neue Berufsfelder könnten geschaffen werden, etwa durch den Einsatz von Drohnen, im Roboteringenieurwesen oder dem Big-Data-Management. Zudem könnten viele gefährliche oder gesundheitsschädigende Arbeitsschritte künftig automatisiert werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. April 2019 um 12:00 Uhr.

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