Hollande und Obama in Camp David

Finanzkrise in Europa Obama fordert "kraftvolles Handeln"

Stand: 22.05.2012 05:29 Uhr

US-Präsident Barack Obama hat die Euro-Länder zu wirkungsvollen Maßnahmen gegen die Euro-Krise aufgerufen. "Kraftvolles Handeln ist ein besseres Herangehen als mit kleinen Häppchen", sagte Obama nach dem NATO-Gipfel in Chicago mit Blick auf die europäische Finanzkrise. Beim G8-Gipfel vor wenigen Tagen in Camp David habe große Übereinstimmung geherrscht, dass nun ein ausgewogenes Herangehen an die Krise notwendig sei und eine Wachstumsstrategie mit der Haushaltskonsolidierung einhergehen müsse.

Der US-Präsident erinnerte daran, dass er für sein massives Konjunkturprogramm gegen die Wirtschaftskrise 2008/2009 stark kritisiert worden sei. "Aber wir konnten kraftvoll handeln und viele Probleme früh lösen. Deswegen entspannten sich die Kreditmärkte, es wurde wieder investiert, das Wachstum kehrte zurück. Kraftvoll handeln, anstelle in kleinsten Trippelschritten, das ist am Ende der bessere Ansatz."

Hollande und Obama in Camp David

Obama stärkt Frankreichs Präsidenten Hollande den Rücken und fordert "kraftvolles Handeln" gegen die Finanzkrise in Europa.

Obama sagte, seine Forderungen an die Euro-Zone seien unverändert: Starke Brandmauern zum Schutz der Euro-Staaten, eine Rekapitalisierung der Banken, die Kombination von Wachstumsförderung und Haushaltskonsolidierung sowie eine Geldpolitik, die der Konjunktur auf die Sprünge helfe. Am wichtigsten sei es aber, dass Europa erkenne, "dass das Euro-Projekt mehr als eine Währung beinhaltet".

USA bieten Vermittlung bei Gipfel an

Die US-Regierung habe der Europäischen Union angeboten, sich bei Bedarf beim bevorstehenden informellen EU-Gipfel beratend einzuschalten. Sie könnte etwa technische Hilfe leisten für Maßnahmen, um die Finanzmärkte zu stabilisieren, ergänzte Obama.

Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen am Mittwoch auf einem Sondertreffen in Brüssel über Schritte zur Stärkung des Wachstums beraten. Mit der Wahl des Sozialisten Francois Hollande zum neuen französischen Präsidenten verstärkt sich der Druck in der Euro-Zone, im Kampf gegen die Schuldenkrise nicht länger vornehmlich auf den Abbau der Staatsschulden zu setzen. Diskutiert werden allerdings eher strukturelle Reformen für mehr Wachstum und ein besserer Einsatz vorhandener EU-Fördermittel und keine schuldenfinanzierten Konjunkturprogramme.

Hollande erklärte zum Schluss des NATO-Gipfels, dass alle Optionen zur Ankurbelung der Volkswirtschaften in Europa diskutiert werden müssten. Zum Thema Eurobonds wollte er sich nicht äußern. "Ich will keinen Zwist auf diesem Treffen. Ich möchte Europa eine Wachstumsdimension geben. Alles muss auf den Tisch gelegt werden", sagte Hollande. Er hoffe, dass das Treffen ein erster Schritt in Richtung auf eine Einigung der Eurozone auf Wachstum bis Ende Juni sei.

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KOMMENTARE

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mondfee 22.05.2012 • 12:54 Uhr

Obama fordert...

Obama kann fordern was er will. Er soll sich lieber um seine eigene Schuldenpolitik kümmern anstatt mit dem Finger auf Europa zu zeigen. Alles immer nur auf Pump, das kann nicht ewig so weiter gehen. Zumal der Wachstum stets zu Lasten der Arbeitnehmer geht. Die Einkommensschere klafft immer weiter auseinander. Es wird an der Zeit, dass endlich mal die Gewinner der Krisen- und Schuldenpolitik zur Kasse gebeten werden. Ewiges Wachstum kann es gar nicht geben, zumal die breite Masse immer weniger Geld zur Verfügung hat. Wer soll denn die vielen Güter kaufen? Ach ja, die Bewohner auf dem Mond oder dem Mars. Wäre doch zu schön...