US-Präsident Barack Obama

US-Präsident fürchtet Folgen der Eurokrise Obamas wachsende Ungeduld mit den Europäern

Stand: 08.06.2012 19:06 Uhr

US-Präsident Barack Obama hat die Europäer abermals zu einem entschlossenen Handeln in der Eurokrise aufgerufen. Kurzfristig müsse das Finanzsystem stabilisiert werden. Dazu gehöre auch, "sobald wie möglich Kapital in die schwachen Banken zu injizieren", sagte er im Weißen Haus in Washington.

Langfristig müssten überschuldete Euro-Staaten ihre Haushalte in Ordnung bringen. Zugleich müsse aber auch auf die Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen geachtet werden. Mit einer zu rigiden Sparpolitik bestehe die Gefahr einer "Abwärtsspirale" in Europa.

Deshalb sei es gut, dass europäische Regierungschefs wie Bundeskanzlerin Angela Merkel auch verstärkt an einer "Wachstums-Agenda" arbeiteten.

Angst vor den Auswirkungen der Eurokrise

Eine Rezession in Europa würde auch die Erholung der US-Konjunktur belasten, sagte Obama, der im US-Wahlkampf wegen seiner Wirtschaftspolitik in der Kritik steht. Sinke die Nachfrage für US-Produkte in Paris oder Madrid, dann litten darunter die Hersteller in Industriestädten wie Pittsburgh und Milwaukee.

Zuvor hatte bereits US-Notenbankchef Ben Bernanke mit ähnlichen Worten vor den Gefahren der Schieflage in Europa für die US-Konjunktur gewarnt.

"Griechenland soll in der Eurozone bleiben"

Außerdem äußerte sich Obama zur Diskussion über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone und der erneuten Parlamentswahl in dem Land Ende kommender Woche. Es sei "im Interesse aller, dass Griechenland in der Eurozone bleibt". Die griechische Bevölkerung müsse erkennen, "dass ihre Not sich wahrscheinlich verschlimmern wird, wenn sie sich entscheiden würde, die Eurozone zu verlassen".

Unterdessen wächst der internationale Druck auf Spanien, das immer stärker unter den Folgen der Eurokrise leidet. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll die Regierung in Madrid am Samstag Hilfen des Euro-Rettungsschirms EFSF beantragen.

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