Eine Frau nimmt im Homeoffice via Videokonferenz auf dem Laptop an einer Sitzung teil | imago images/Westend61

Konzern verordnet Pause Genug von Videokonferenzen

Stand: 04.12.2020 13:15 Uhr

Das Schweizer Pharmaunternehmen Novartis hat seinen Beschäftigten zum Jahreswechsel zwei Wochen ohne Videokonferenzen verordnet. Selbst der Konzernchef gesteht, er sei inzwischen "Zoom-müde".

Gute Nachrichten für die gestressten Homeoffice-Mitarbeiter des Basler Pharmakonzerns Novartis: Sie können sich zur Weihnachtspause auf eine Zeit ganz ohne Videokonferenzen freuen.

"Damit die Mitarbeitenden voller Energie ins neue Jahr starten können, wird in Basel eine sitzungsfreie Zeit vom 4. bis zum 8. Januar 2021 eingeführt", sagte eine Novartis-Sprecherin dem "Tages-Anzeiger". Einschließlich der Betriebsferien zwischen Weihnachten und Neujahr macht das rund zwei Wochen ohne Konferenzen auf Zoom, Slack, Teams oder anderen Anbietern.

Die meisten sind im Homeoffice

Profitieren werden knapp 10.000 der 12.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Baseler Hauptsitz, die seit März von zu Hause aus arbeiten und offenbar ständig in Videokonferenzen sitzen. Das ist den meisten offenbar gehörig auf die Nerven gegangen, wie Schweizer Medien berichten.

Selbst Konzern-Chef Vas Narasimhan soll der Videokonferenzen überdrüssig sein. "Auch ich bin super Zoom-müde", verriet der 44-Jährige diese Woche bei einem Vortrag des Europainstituts der Universität Zürich. Der Konzern nutzt zwar eine andere Videoplattform für seine Konferenzen, aber der Begriff Zoom-Müdigkeit hat sich in der Schweiz fast schon als stehende Wendung eingebürgert.

Novartis-Chef Vasant Narasimhan | imago images / IP3Press

Novartis-Chef Vasant Narasimhan Bild: imago images / IP3Press

Narasimhan hat sein Homeoffice-Büro eigenen Angaben zufolge im Zimmer seines Sohnes eingerichtet, weil seine ebenfalls im Homeoffice arbeitende Frau schon das Büro zu Hause belegt.

"Keine Zauberlösung"

Den Homeoffice-Frust will er nun mit neuen Formen brechen. Ein Experiment sei, die Videokamera auszuschalten und nur noch per Ton zu kommunizieren. Die andere Möglichkeit sei eine Zeit ganz ohne Konferenzen. "Es gibt aber keine Zauberlösung", so Narasimhan.

Die Entscheidung ist umso erstaunlicher, als Novartis zu den ersten Großkonzernen gehörte, die ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Homeoffice auch nach der Pandemie erlaubten sowie eine Maskenpflicht einführten.