Ein Arbeiter geht an einem Rohrelement der im Bau befindlichen Gas-Pipeline Nordstream 2 vorbei. | REUTERS

Entscheidung gegen Naturschützer Nord Stream 2 darf weitergebaut werden

Stand: 17.05.2021 13:11 Uhr

Keine Beeinträchtigung für den Naturschutz: Das Bundesamt für Seeschifffahrt erlaubt Nord Stream, zwei Kilometer Leitung in deutsche Gewässer zu legen. Umweltverbände hatten gegen den Weiterbau Einspruch eingelegt.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat den Weiterbau der umstrittenen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 in deutschem Gebiet genehmigt. Durch die Verlegung der Röhren auf einem zwei Kilometer langen Teilstück seien keine Beeinträchtigungen für den Naturschutz in der Pommerschen Bucht zu erwarten, erklärte das BSH zur Begründung. Die zwei Kilometer befinden sich in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ).

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatten im Januar unter Hinweis auf rastende Vögel Einspruch gegen den Weiterbau beim BSH eingereicht.

Rastzeit der Vögel laut Amt vorbei

"Nach sorgfältiger Abwägung aller zu berücksichtigenden Interessen ist diese Anordnung für eine Verlegung von zwei Kilometern erforderlich, damit die Pipeline, wie von der Vorhabensträgerin beabsichtigt, sicher im Bereich der deutschen AWZ auf dem Meeresboden temporär bis zum Weiterbau abgelegt werden kann", hieß es vom BSH. Naturschutzaspekte stünden dieser Anordnung nicht entgegen, da die Rastzeit der Vögel in diesem kurzen Abschnitts vorbei sei.

Nord Stream darf die Leitung demnach am Meeresboden ablegen, fertig montiert werden soll sie später. Derzeit baut Nord Stream 2 noch in dänischen Gewässern, die Arbeiten dort neigen sich aber dem Ende zu. In deutschen Gewässern fehlen den Angaben zufolge 13,9 Kilometer des einen Stranges und 16,8 Kilometer des zweiten Stranges.

USA lehnen Bau ab

Die rund 1200 Kilometer lange Pipeline soll von Russland nach Deutschland reichen. Sie ist zu 95 Prozent gebaut. Die USA, die eigenes Gas in Europa verkaufen wollen, lehnen das Projekt ab mit der Begründung, Europa werde dadurch noch abhängiger von russischem Erdgas. Außenminister Antony Blinken forderte zuletzt einen sofortige Baustopp und drohte beteiligten Firmen mit Sanktionen.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Radio MV Mittagsschau kompakt am 17. Mai 2021 um 12:00 Uhr.