Der frühere Vorstandschef und Ex-Finanzchef der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, steht am 2. September 2013 zu Beginn eines weiteren Verhandlungstags vor dem Landgericht in Hamburg im Sitzungssaal. | Bildquelle: dpa

Ex-Chef der HSH Nordbank Nonnenmacher muss 1,5 Millionen zahlen

Stand: 06.06.2019 11:45 Uhr

Unter ihnen war die HSH Nordbank beinah in die Pleite geschlittert: Nun wurde das Strafverfahren gegen Ex-Chef Nonnenmacher und weitere ehemalige Vorstände wegen Untreue eingestellt - gegen eine millionenschwere Geldbuße.

Gut zwei Monate vor der geplanten Neuauflage des Prozesses ist das Strafverfahren gegen den ehemaligen HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher und vier Ex-Vorstände eingestellt worden. Im Gegenzug sei eine Zahlung von 4,85 Millionen Euro vereinbart worden, teilte das Oberlandesgericht Hamburg mit. 1,5 Millionen Euro davon entfielen demnach auf Ex-Chef Nonnenmacher.

Nur einer der sechs ursprünglich angeklagten Ex-Vorstandsmitglieder stimmte der Geldauflage demnach nicht zu und wird sich damit vermutlich in der ab Mitte August geplanten neuen Hauptverhandlung alleine verantworten.

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"Beträchtlicher Schaden"

Nach Auffassung der Kammer wird dem öffentlichen Strafverfolgungsinteresse durch die Geldauflagen ausreichend genüge getan. In ihrer Höhe seien diese für die Angeklagten wirtschaftlich spürbar, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen. Zwar sei der ihnen vorgeworfene Untreueschaden beträchtlich, jedoch sei dieser inzwischen durch die zivilrechtliche Schadenswiedergutmachung in nicht unerheblichem Umfang ausgeglichen.

Die Banker waren wegen Untreue und in zwei Fällen auch wegen Bilanzfälschung angeklagt. Das Hamburger Urteil vom 9. Juli 2014, das die Vorstandsriege um den damaligen Chef Hans Berger freigesprochen hatte, war im Oktober 2016 vom Bundesgerichtshof in Leipzig kassiert worden. In dem Urteil sei nicht genügend der Frage nachgegangen worden, ob die Vorstände ihren Pflichten ausreichend nachgekommen seien und die Risiken richtig abgewogen hätten.

Die Staatsanwaltschaft war damit mit ihren Revisionen gegen die Freisprüche erfolgreich. Sie hatte für die Angeklagten Bewährungsstrafen und Geldauflagen verlangt.

Eingang der HSH Nordbank | Bildquelle: dpa
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Die HSH Nordbank ist inzwischen in Hamburg Commercial Bank (HCOB) umbenannt worden.

Hamburg und Schleswig-Holstein mussten einspringen

Der erste Prozess gegen die sechs früheren Vorstände hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil erstmals ein gesamter Bank-Vorstand vor Gericht stand. Dieser hatte im Dezember 2007 im Umlaufverfahren einem Paket mit spekulativen Kreditausfall-Geschäften zugestimmt. Damit sollte die Eigenkapitalquote verbessert und die Bilanz optisch aufgebessert werden. Das Geschäft brachte einen Millionenschaden ein, der die Bank fast in die Pleite getrieben hätte.

Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein mussten die HSH letztlich mit einem milliardenschweren Rettungspaket vor dem Aus retten. Auf Druck der EU verkauften sie die Bank schließlich 2018 für rund eine Milliarde Euro an Finanzinvestoren um Cerberus und JC Flowers. Diese nannten das Institut inzwischen in Hamburg Commercial Bank (HCOB) um.

Über dieses Thema berichtete NDR 90,3 am 06. Juni 2019 um 11:00 Uhr.

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