Vertreter des Nobelpreiskomitess verkünden den Wirtschaftsnobelpreis für die Forscher Card, Angrist und Imbens. | AP

Nobelpreis für Wirtschaft Card, Angrist und Imbens ausgezeichnet

Stand: 11.10.2021 13:29 Uhr

Die Arbeitsmarktforscher Card, Angrist und Imbens erhalten den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Ihre Arbeit habe Antworten auf bisher ungeklärte Fragen über den Arbeitsmarkt geliefert, hieß es zur Begründung.

Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an drei Forscher. Ausgezeichnet werden David Card, Joshua D. Angrist und Guido W. Imbens, wie die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekanntgab. Der Preis ist mit zehn Millionen Kronen dotiert, umgerechnet etwa 960.000 Euro.

Der in Kanada geborene Card von der University of California in Berkeley erhält die eine Hälfte des renommierten Preises für seine empirischen Beiträge zur Arbeitsmarktökonomie. Der aus dem US-Staat Ohio stammende Angrist vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge und der niederländisch-amerikanische Wissenschaftler Imbens von der Stanford University teilen sich die andere Hälfte für ihre methodischen Beiträge zur Analyse von Kausalbeziehungen.

Eine Zeichung der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Card, Angrist und Imbens. | dpa

Eine Zeichung der drei Preisträger Card, Angrist und Imbens. Bild: dpa

Antworten auf bisher ungeklärte Fragen

Alle drei Forscher "haben uns neue Erkenntnisse über den Arbeitsmarkt geliefert und gezeigt, welche Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung aus natürlichen Experimenten gezogen werden können", begründete die Akademie ihre Entscheidung. "Ihr Ansatz hat auf andere Bereiche übergegriffen und die empirische Forschung revolutioniert."

Viele der großen Fragen in den Sozialwissenschaften hätten mit Ursache und Wirkung zu tun - etwa, wie sich Einwanderung auf das Lohn- und Beschäftigungsniveau auswirke. Diese Fragen seien schwer zu beantworten, weil es dazu keine Vergleiche gebe. "Wir wissen nicht, was passiert wäre, wenn es weniger Zuwanderung gegeben hätte", so die Akademie. Die diesjährigen Preisträger hätten jedoch gezeigt, dass es möglich sei, solche und ähnliche Fragen mit natürlichen Experimenten zu beantworten.

Preis wird von schwedischer Zentralbank gestiftet

Damit sind alle Nobelpreisträger für dieses Jahr benannt worden. Der seit Ende der 60er-Jahre vergebene Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige, der nicht auf das Testament von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurückgeht. Er wurde von der schwedischen Zentralbank gestiftet und zählt somit streng genommen nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Dennoch wird er gemeinsam mit den anderen Preisen an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht.

Erst ein Deutscher unter den Preisträgern

Unter den Wirtschaftsnobelpreisträgern ist bislang erst ein Deutscher gewesen: Der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten erhielt ihn 1994 gemeinsam mit John Nash und John Harsanyi für wegweisende Beiträge zur nichtkooperativen Spieltheorie.

Besonders häufig werden Wissenschaftler aus den USA mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Preis ausgezeichnet. Vergangenes Jahr war er an die US-Ökonomen Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson gegangen, die für ihre Verbesserungen der Auktionstheorie und Erfindung neuer Auktionsformate geehrt wurden.