Ein Flugzeug von Niki auf dem Flughafen Köln-Bonn | Bildquelle: picture alliance / Horst Galusch

Nach Niki-Aus Ersatzflugpläne für Tausende Reisende

Stand: 14.12.2017 04:58 Uhr

Übernahme geplatzt, Insolvenz angemeldet: Seit heute fliegt die Airline Niki nicht mehr - mit Folgen für Tausende Reisende, die in den kommenden Wochen nach Hause geflogen werden müssen. Mehrere Fluggesellschaften arbeiten an Ersatzflugplänen.

Nachdem Niki angekündigt hat, ab heute den Flugverkehr einzustellen, geht es nun darum, die Kunden der Airline nach Hause zu bringen. In den kommenden zwei Wochen müssen Plätze für bis zu 10.000 Passagiere organisiert werden, die derzeit im Ausland unterwegs sind.

Ein Sprecher des österreichischen Verkehrsministers Jörg Leichtfried sagte der Tageszeitung "Die Presse", die Regierung in Wien wolle die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines notfalls mit Charterflügen beauftragen. "Mehrere Fluggesellschaften" bereiteten derzeit einen Ersatz-Flugplan "auf Standby-Basis gegen ein geringes Entgelt aus dem Ausland nach Deutschland, Österreich und die Schweiz" vor, teilte Niki mit. Der "Presse" zufolge sind rund 800.000 bereits verkaufte Tickets nun wertlos.

Lufthansa zieht Angebot für Niki zurück
tagesschau 20:00 Uhr, 13.12.2017, Gerrit Rudolph, HR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Insolvenzantrag gestellt

Die Air-Berlin-Tochter hatte am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt und am Abend den Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Zuvor hatte die Lufthansa ihr Angebot für das österreichische Unternehmen mit seinen 21 Flugzeugen zurückgezogen. Grund war die ablehnende Haltung der EU-Kommission gegen eine Übernahme der österreichischen Airline aus wettbewerbsrechtlichen Gründen. Die Lufthansa hatte Niki mit einer Brückenfinanzierung in zweistelliger Millionenhöhe in der Luft gehalten - diese fällt nun weg.

Von der Pleite sind etwa 1000 Mitarbeiter betroffen. Der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter Lucas Flöther kündigte an, er versuche, den Geschäftsbetrieb von Niki durch einen Schnellverkauf noch zu retten. "Ich werde umgehend Gespräche mit infrage kommenden Investoren aufnehmen, um einen möglichst großen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten."

Kritik an EU-Kommission

Niki wie auch der Mutterkonzern Air Berlin kritisierten die EU-Kommission. "Auslöser für den heute erfolgten Schritt ist das Nein der Europäischen Kommission zum Verkauf der Niki an die Lufthansa-Gruppe wegen angeblicher Einschränkungen des Wettbewerbs", betonte das österreichische Unternehmen in einer Mitteilung.

Der Generalbevollmächtigte von Air Berlin, Frank Kebekus, sagte: "Die Position der Europäischen Kommission ist nicht nachvollziehbar." Air Berlin habe nach den ersten Bedenken der EU-Kommission gegen eine Niki-Übernahme durch die Lufthansa erneut Kontakt zu potenziellen Interessenten wie Thomas Cook und der British-Airways-Mutter IAG aufgenommen.

"IAG teilte Air Berlin schriftlich mit, dass sie kein Kaufinteresse mehr an der Niki hat", so Kebekus. Auch von Thomas Cook sei kein passendes Angebot unterbreitet worden. "Die Kommission wusste also, dass es gar keine Alternative zum Verkauf der Niki an die Lufthansa gab", sagte Kebekus. Er warf der Kommission vor, sie erreiche mit dem "unkontrollierten Zusammenbruch" der Airline "das genaue Gegenteil dessen, was sie beabsichtigt".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Dezember 2017 um 20:00 Uhr.

Darstellung: