Schäden durch den Hurrikan "Iota" in Kolumbien | dpa

Schäden durch Extremwetter Mehr Nordatlantik-Stürme als je zuvor

Stand: 07.01.2021 14:40 Uhr

Heftige Stürme, Waldbrände und Überschwemmungen weltweit: Der volkswirtschaftliche Schaden durch Naturkatastrophen hat im vergangenen Jahr zugenommen. Vor allem die USA traf es hart.

Von Gabriel Wirth, BR

Der Rückversicherer Munich Re erfasst weltweit Informationen zu Naturkatastrophen - und zwar bereits seit 1980. Nach einem eher schadensarmen Vorjahr gab es 2020 wieder einige negative Rekorde. So wurden über dem Nordatlantik im vergangenen Jahr mehr Stürme als je zuvor gezählt. Zudem kam es zu historischen Waldbränden im Westen der USA.

Insgesamt hinterließen Naturkatastrophen weltweit Schäden in Höhe von 210 Milliarden Dollar, das sind 44 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr. Weniger als die Hälfte der Gesamtschäden - rund 82 Milliarden Dollar - waren versichert. Und die Aufzeichnungen der Munich Re seit 1980 zeigen noch etwas: Nur 2005, 2011 und 2017 waren die Schäden noch größer.

Nur 2016 noch wärmer

2020 war den Daten zufolge außerdem das zweitwärmste Jahr nach 2016. Ernst Rauch, Chef-Klima- und Geowissenschaftler beim Münchner Rückversicherer, sagte, es sei höchste Zeit zum Handeln. Nicht nur müssten die Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan reduziert werden, um die Erderwärmung zu senken. Kurzfristig seien außerdem Maßnahmen nötig, um sich an das Unvermeidbare anzupassen, so Rauch.

Bei der Munich Re rechnet man auch in den kommenden Jahren mit hohen Schäden durch Naturkatastrophen. Deshalb sollten unter anderem Häuser stabiler gebaut und Hochwasserschutzmaßnahmen errichtet werden.

Frühwarnsysteme retten Menschenleben

Doch während die Schäden zunehmen, sinkt die Zahl der Opfer seit Jahren stetig. So sind im vergangenen Jahr 8200 Menschen bei Naturkatastrophen ums Leben gekommen, das sind 1200 weniger als im Vorjahr. Grund seien verbesserte Frühwarnsysteme, so Rauch. Menschen würden durch die sozialen Medien und im Internet heute deutlich besser vor Naturgefahren gewarnt, bei denen es eine Vorwarnzeit gibt, zum Beispiel vor Stürmen oder Sturmfluten. Dadurch könnten sie sich deutlich früher in Sicherheit bringen.

 USA und China besonders stark betroffen 

Besonders heftig erwischte es im vergangenen Jahr wieder die USA. Fast die Hälfte der globalen Schäden - insgesamt 95 Milliarden Dollar - entstanden in den Vereinigten Staaten aufgrund zahlreicher Stürme, starker Gewitter und vieler großer Waldbrände. Die teuerste Naturkatastrophe gab es 2020 in China. Heftige Überschwemmungen ließen zahlreiche Flüsse und Seen über die Ufer treten. Die Schäden dort beliefen sich auf 17 Milliarden Dollar. Nur ein sehr geringer Teil, gerade mal zwei Prozent, waren davon versichert.

Europa kam dagegen verhältnismäßig glimpflich davon - auch wenn Starkregen und Sturzfluten an einigen Orten entlang der Mittelmeerküste in Südfrankreich und Italien hunderte Häuser, Brücken und Straßen zerstörten. Die Höhe der Gesamtschäden in Europa lag bei rund 12 Milliarden Euro, das sind 1,4 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Keine Angaben über die mögliche Schadenshöhe gibt es bis jetzt zum Erdbeben in Kroatien, das sich Ende Dezember ereignete. Auch heute bebte dort erneut die Erde. Wegen der geringen Bevölkerungsdichte nahe des Bebenherdes dürften die Schadenssummen insgesamt begrenzt bleiben, heißt es bei der Munich Re. Für eine konkrete Schätzung sei es aber zu früh.

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KOMMENTARE

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Robert Wypchlo 08.01.2021 • 00:09 Uhr

2020 mehr Schäden durch Naturkatastrophen

Es ist eine sehr große Schande, dass alle Regierungen der Welt beim Thema Umweltzerstörung und Klimawandel sich schlimmer als Amateure verhalten. Alle Regierungen dieser Welt sind an diesem Armutszeugnis beteiligt. Alle Regierungen dieser Welt sollten noch heute zurücktreten.