Hochwasser und Starkregen: Rhüden in Niedersachsen | Bildquelle: dpa

Rückversicherer Munich Re Weniger Schäden durch Naturkatastrophen

Stand: 11.07.2018 11:58 Uhr

Gute Nachrichten für die Versicherer: Weltweit haben Naturkatastrophen in den ersten sechs Monaten so wenig Schäden angerichtet wie lange nicht mehr. Allerdings könnte das zweite Halbjahr die Bilanz noch trüben.

Stürme, Überschwemmungen und Erdbeben haben im ersten Halbjahr dieses Jahres so wenig Schaden angerichtet wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Die Rückversicherungsgesellschaft Münchener Rück zählte in ihrem Naturkatastrophen-Bericht Gesamtschäden von 33 Milliarden Dollar. Das sind halb so viele wie ein Jahr zuvor. Nach der verheerenden Bilanz des Jahres 2017 zeigte sich Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek entsprechend erleichtert: "Es ist gut, dass nach extremen Katastrophen mit Rekordschäden wieder eine Phase mit geringen Schäden zu verzeichnen war."

Allerdings war auch die erste Hälfte des vergangenen Jahres für die Branche ruhig verlaufen, ehe eine Serie von Wirbelstürmen und Erdbeben vielen Versicherern und Rückversicherern die Bilanz trübte.

Die Kehrseite der Medaille: Nachdem die Preise nach der Unwetterserie zunächst vor allem in wettergefährdeten Regionen anzogen, tun sich die Rückversicherer derzeit wieder schwerer, Erhöhungen durchzusetzen.

Teuerste Naturkatastrophe 2018: "Friederike"

Insgesamt zählte die Münchener Rück im ersten Halbjahr 430 Naturkatastrophen. Von Januar bis Juni 2017 waren es 380. Mit 3000 Todesopfern forderten sie aber weit weniger Menschenleben als 2017 mit 5540 Opfern.

Baum vom Sturm umgerissen | Bildquelle: dpa
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Mit Windstärke 11 fegte der Orkan Friederike auch über Nordrhein-Westfalen hinweg und richtete massive Schäden an.

Die weltweit teuerste Naturkatastrophe im ersten Halbjahr 2018 war der Wintersturm "Friederike", der im Januar eine Schneise der Verwüstung von Großbritannien bis nach Deutschland zog. Er richtete 2,2 Milliarden Euro Schaden an, wovon die Versicherer 1,7 Milliarden tragen mussten. Etwa zwei Drittel der Schäden entfielen nach Angaben der Münchener Rück auf Deutschland.

Im Frühsommer prägten im Südwesten Europas schwere Gewitter mit Sturzfluten das Wetter, im Nordosten kam es zu Hitzewellen und Dürren. Teilweise sei ein kompletter Ausfall der Ernten zu erwarten. "Auf den Klimawandel können solche einzelne Ereignisse nicht zurückgeführt werden", sagte Ernst Rauch, Unwetter-Experte der Münchener Rück. Sie passten aber in das Bild von häufigeren Hitze- und Trockenperioden sowie extrem starken Niederschlägen, das Klimamodelle für die Zukunft zeichneten.

Vor allem in Industriestaaten sind inzwischen immer mehr Unternehmen und Privatleute gegen Naturgefahren versichert.

Münchener Rück meldet weniger Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr
Gabriel Wirth, BR
11.07.2018 13:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 11. Juli 2018 um 11:13 Uhr.

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