Tesla-Chef Elon Musk präsentiert den neuen Roadstar | Bildquelle: REUTERS

Musks Planspiele für Tesla Ein Fall für die Börsenaufsicht?

Stand: 09.08.2018 02:39 Uhr

War der Tweet von Tesla-Chef Musk, das Unternehmen womöglich von der Börse zu nehmen, wirklich ernst gemeint? Die US-Börsenaufsicht hat laut einem Medienbericht nun jede Menge Fragen.

Es waren zwei kleine Sätze, die Tesla-Chef Elon Musk in die Welt twitterte: Er überlege, sein Unternehmen von der Börse zu nehmen, war am Dienstagabend im Kurzmitteilungsdienst zu lesen. Die Folge: Musks Tweet trieb den Aktienkurs kräftig in die Höhe und bewegte Milliarden an Börsenwert.

Musks Planspiele per Twitter könnten nun offenbar Ermittlungen nach sich ziehen. Die US-Börsenaufsicht SEC habe sich bei Tesla erkundigt, ob die massiv kursbewegende Mitteilung den Tatsachen entspreche und warum sie über den Kurznachrichtendienst Twitter lanciert worden sei, schreibt das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider.

Normalerweise verbreiten börsennotierte Unternehmen Nachrichten, die den Aktienkurs stärker beeinflussen könnten, außerhalb der Handelszeiten als Pflichtmitteilungen. Die Behörde wollte dazu keinen Kommentar abgeben, auch Tesla war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Zweifel an Musks Aussagen

Musk hatte am Dienstagabend getwittert, er erwäge, den Elektroauto-Pionier von der Börse zu nehmen. Dabei hatte er einen Preis von 420 Dollar pro Aktie ins Spiel gebracht. Die Aktie war am Dienstag um rund elf Prozent auf knapp 380 Dollar in die Höhe geschossen. Bei 420 Dollar wäre Tesla mit mehr als 70 Milliarden Dollar bewertet. Musk hatte zudem getwittert, die Finanzierung eines solchen Vorhabens wäre gesichert. Einige Mitglieder des Tesla-Aufsichtsrats erklärten daraufhin, man prüfe den Rückzug von der Börse.

Um Tesla zu privatisieren, müsste den Aktionären angeboten werden, ihre Anteile zurückzukaufen. Bei Musks Kursziel würde die Firma inklusive Schulden auf 82 Milliarden Dollar taxiert, so ein teures Unternehmen wurde noch nie von der Börse geholt. Entsprechend groß sind die Zweifel an Musks Aussagen. Sollte er geblufft haben - etwa um Spekulanten eins auszuwischen, die gegen die Aktie wetten -, könnte dies Klagen wegen Marktmanipulation nach sich ziehen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. August 2018 um 06:37 Uhr.

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