CDs im Einzelhandel spielen immer noch eine große Rolle beim Musikverkauf

Musikmarkt wächst dank Online Deutsche bleiben der CD treu

Stand: 19.08.2013 11:56 Uhr

Der deutsche Musikmarkt ist nach Jahren der Rückgänge wieder auf Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr legten die Erlöse um 1,5 Prozent auf 660 Millionen Euro zu, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) mitteilte. Das Plus wurde vor allem von Zuwächsen bei Song-Downloads und Musik-Streaming aus dem Netz getragen: Dieses digitale Geschäft legte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 um 16 Prozent zu und macht jetzt rund ein Viertel vom Gesamtumsatz aus.

Entscheidend für die guten Zahlen war aber auch ein abgebremster Rückgang der CD-Erlöse. Das Geschäft mit den Silberscheiben schrumpfte "nur" um 2,7 Prozent, während es im vergangenen Jahr um über sieben Prozent abgesackt war. Die zuletzt oft totgesagte CD sorgt in Deutschland nach wie vor für über zwei Drittel der Erlöse. Das ist mehr als im internationalen Durchschnitt. "Zum einen sind die deutschen Verbraucher traditionell etwas zurückhaltender, wenn es um Online-Einkäufe geht", erklärte BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Zum andere spiele die Verfügbarkeit der CD eine Rolle: "Im Gegensatz zu den USA gibt es beispielsweise noch große Verkaufsflächen im Einzelhandel."

Musik-Download im Internet

Musik-Downloads im Internet machen schon rund 20 Prozent des Gesamtmarkts aus.

Streaming-Markt wächst rasant

Beim Online-Geschäft machen die Downloads nach wie vor den Löwenanteil aus. Nach einem Zuwachs von 5,3 Prozent stellen sie rund ein Fünftel der Gesamterlöse. Das Streaming, bei dem Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird, wächst aber explosiv: Der Marktanteil verdoppelte sich auf 4,6 Prozent. Das Geschäftsmodell mit Abo-Gebühren um die zehn Euro für den Zugriff auf Millionen von Songs ist jedoch umstritten. Anbieter wie Pandora und Spotify, die öffentlich Zahlen vorlegen, schreiben meist Verluste. Zugleich beschweren sich viele Musiker, dass für sie aus dem Geschäft deutlich weniger Geld abfällt."Wir sind in einem Umgewöhnungsprozess, auch auf Seiten der Industrie", räumte Drücke dazu ein.

Vinyl legt wieder zu, Kassette vor dem Aus

Physische Tonträger - also CD, DVD und Blu-ray mit Musik, Vinyl sowie Kassetten machten insgesamt noch 75,5 Prozent der Gesamtumsätze aus. Das Geschäft mit klassischen Schallplatten, die die Industrie als Nischenprodukt für Klang-Enthusiasten etabliert hat, wuchs im ersten Halbjahr um über 30 Prozent und kommt jetzt auf 1,8 Prozent vom Gesamtmarkt. Dagegen scheint die Zeit der Musikkassetten endgültig vorbei zu sein: "Die Kassette verabschiedet sich gerade wirklich", sagte Drücke. Sie spiele im Wesentlichen nur noch bei Kinder-Produkten eine Rolle.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. August 2013 um 16:00 Uhr.