Ein Arbeiter wirft gelbe Säcke in ein Fahrzeug der städtischen Müllabfuhr | Bildquelle: AP

Städteranking Müllabfuhr ist in Leverkusen am teuersten

Stand: 05.06.2019 12:06 Uhr

Müll kann für Haushalte in Deutschland sehr teuer sein. Nach einer Studie klaffen die Gebühren stark auseinander: Am günstigsten ist es in Flensburg, am meisten bezahlen die Einwohner von Leverkusen.

Bei den Müllgebühren, die Hauseigentümer in Deutschland zahlen, gibt es einer Studie zufolge je nach Kommune große Unterschiede. Die jährlichen Gebühren unterscheiden sich zum Teil um mehrere hundert Euro, ergab ein Vergleich des Forschungsunternehmens IW Consult für den Eigentümerverband Haus und Grund. Die Studie wurde heute in Berlin präsentiert.

Am günstigsten ist die Entsorgung der Studie zufolge in Flensburg, Nürnberg und Magdeburg, am teuersten in Leverkusen, Moers und Bergisch Gladbach. Eine Beispielfamilie in Flensburg etwa zahle für einen 14-tägigen Vollservice pro Jahr 130,20 Euro - in Leverkusen für einen 14-tägigen Teilservice dagegen 562,16 Euro. "Das sind über 430 Euro jedes Jahr mehr - bei einem geringeren Service", kritisierte Verbandspräsident Kai Wernicke.

Keine großen Änderungen seit drei Jahren

Haus und Grund ließ zum zweiten Mal die Entsorgungskosten für Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier in den 100 größten Städten vergleichen. Schon die erste Untersuchung vor drei Jahren hatte große Unterschiede ergeben. Geändert hat sich daran wenig.

Berechnet wurde die Müllrechnung für zwei Erwachsene und zwei Kinder, die in einem Einfamilienhaus leben - eine übliche Vergleichsgröße, die jedoch in Großstädten nicht immer dem durchschnittlichen Haushaltstyp entspricht. Veranschlagt werden 60 Liter Restmüll je Haushalt und Woche.

Mitarbeiter bei der Müllabfuhr
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Der Verband kommunaler Unternehmen kritisiert die Studie. Zu solchen Vergleichen gehörten weitere Faktoren, darunter wie weit Müllwagen zu fahren haben.

Kritik der Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft der Städte sieht solche Vergleiche skeptisch. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der auch städtische Abfall- und Stadtreinigungsbetrieb vertritt, kritisiert, dass solche Vergleiche kein realistisches Bild ergeben würden. Zur Rechnung gehörten viele weitere Faktoren, darunter wie weit Müllwagen zu fahren haben, wie groß die Tonne ist und wie oft sie geleert wird, wie Wertstoffhöfe finanziert werden und ob Anlagen schon abgeschrieben sind.

IW Consult bezieht seine Daten hauptsächlich aus den Satzungen der Städte. Bei einem Großteil der Kommunen legten die Autoren zum Teil auch Schätzungen zugrunde, um einen Vergleich der unterschiedlichen Tarifgruppen zu ermöglichen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. Juni 2019 um 15:30 Uhr.

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