Ratingagentur senkt Bonitätsausblick Moody's knöpft sich auch EFSF und Bundesländer vor

Stand: 25.07.2012 02:13 Uhr

Die Ratingagentur Moody's
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Moody's prüft nun auch eine mögliche Herabstufung der Bonität des Euro-Rettungsschirms EFSF.

Die Ratingagentur Moody's stellt nun auch die Top-Bonität des Euro-Rettungsschirms EFSF in Frage. Sie senkte den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der EFSF von "stabil" auf "negativ". Vorläufig würde aber die Bestnote "Aaa" bestätigt.

Moody's begründete die schlechtere Einschätzung zur künftigen Entwicklung mit den gestrigen Entscheidungen zur Bonität Deutschlands, der Niederlande und Luxemburgs. Deutschland trägt mit derzeit etwa 29 Prozent den mit Abstand größten Anteil des Rettungsschirms. Auch die beiden anderen Staaten sind wichtige Bürgen des EFSF und verfügen bislang noch über das Spitzenrating "Aaa". Wegen der wachsenden Gefahren infolge der anhaltenden Schuldenkrise hatte die Ratingagentur allerdings den Ausblick für alle drei Staaten auf "negativ" gesenkt. Diesen Schritt hatte die US-Ratingagentur mit der "wachsenden Unsicherheit in der Eurozone" gerechtfertigt.

Neben Moody's bewertet auch die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit der EFSF noch mit der Bestnote Triple-A. Der Konkurrent Standard & Poor's hatte die Bonität der EFSF dagegen bereits im Januar auf AA+ herabgestuft. Der von Moody's nun als "negativ" eingeschätzte Ausblick könnte mittelfristig zu einer Senkung der Bonitätsnote führen. Dadurch könnten sich wiederum die Bedingungen verschlechtern, zu denen der Rettungsschirm an den Kapitalmärkten Geld bekommt, um damit die Rettungspakete für Griechenland, Portugal, Irland und Spanien zu finanzieren.

Moody's nimmt Bundesländer ins Visier
F. Aischmann, ARD Berlin
25.07.2012 09:52 Uhr

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Auch Ratings der Bundesländer auf dem Prüfstand

Neben der Kreditwürdigkeit der EFSF und mehrerer Euro-Staaten zieht Moody's inzwischen auch die weitere Kreditwürdigkeit mehrerer Bundesländer in Zweifel. Die Ratingagentur senkte den Ausblick für Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt von "stabil" auf "negativ". Die betroffenen Bundesländer besitzen sehr gute Ratings, Bayern und Baden-Württemberg sogar die Bestnote "Aaa". Die Überprüfung der Bonitätsnoten der Länder ist auch eine Folge des neuen Ausblicks für Deutschland insgesamt. Denn Bund und Länder sind finanziell eng miteinander verflochten. Moody's begründete seine Entscheidung aber auch mit dem hohen Schuldenstand der Bundesländer.

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