Grafische Darstellung der Netsats, die an der Universität Würzburg entwickelt wurden. | Bildquelle: Universität Würzburg

Net-Sats starten ins All Minisatelliten auf großer Mission

Stand: 28.09.2020 18:08 Uhr

Sie heißen Net-Sats, sind so groß wie ein Schuhkarton und sollen durch Vernetzung Großes leisten: Vier Minisatelliten aus Würzburg sind an Bord einer Sojus-Rakete ins All gestartet.

Von Josef Lindner, BR

Klaus Schilling blickt mit seinem Team vom Würzburger Zentrum für Telematik gespannt nach Russland. Am Weltraumbahnhof Plessezk startet eine Sojus-Rakete und bringt vier in Würzburg entwickelte Satelliten ins All.

Stärke durch Vernetzung 

Die Kleinst-Satelliten sind jeweils in etwa so groß wie ein Schuhkarton und vier Kilogramm schwer. Das Besondere: Die sogenannten Net-Sats können sich selbst organisieren und in Position bringen. Dazu bedarf es einer ausgeklügelten Kontrolltechnik.

Informationen der einzelnen Satelliten werden zusammengetragen und wie ein Puzzle zusammengesetzt. So erstellen sie dreidimensionale Aufnahmen, die sie an die Erde senden. Rund sechs Jahre haben die Würzburger Wissenschaftler an der Technik gearbeitet.

Würzburger Kleinsatelliten auf dem Weg ins All
tagesschau 17:00 Uhr, 28.09.2020, Josef Lindner, BR

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Planmäßiger Start

Die Trägerrakete ist am frühen Nachmittag unserer Zeit abgehoben. Anschließend hat sie zunächst in einer Höhe von 1500 Kilometern drei große Nachrichtensatelliten ausgesetzt. Danach folgt ein Sinkflug bis auf 600 Kilometer über der Erde: Dort sind die Würzburger Minisatelliten dran.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Würzburger jedoch keinen Funkkontakt. Erst wenn die Net-Sats direkt über Würzburg rauschen, ist eine Verbindung möglich. Wenn alles gut geht, ist das Dienstag der Fall. Dann werden die Systeme aktiviert, und bis Ende der Woche sollten alle vier Minisatelliten Daten aus dem All liefern. Es bleibt also auch nach dem Start spannend für die Würzburger Weltraumforscher.

Professor Klaus Schilling von der Uni-Würzburg mit einem Minisatelliten | Bildquelle: Josef Lindner, BR
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Professor Klaus Schilling von der Uni-Würzburg sieht beste Chancen, durch die Minisatelliten weitere Forscher in die Region zu locken.

Stärkung des Forschungsstandorts Bayern

Die fränkischen Wissenschaftler sind Experten für Minisatelliten. Sie wollen zeigen, dass vernetzte Minisatelliten Großes leisten können. Die kleinen Geräte können etwa Wolken vermessen und so wichtige Beiträge zur Meteorologie leisten. Das bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt die Forschung am Würzburger Telematik-Zentrum. Ministerpräsident Markus Söder will mit seinem Weltraumprojekt "Bavaria One" den Wirtschaftsstandort Bayern stärken.

Die Minisatelliten locken jedenfalls junge Wissenschaftler nach Unterfranken. Die Universität Würzburg bietet zudem den internationalen Studiengang Spacemaster an. "Wir sehen Riesen-Chancen, künftige Arbeitsplätze in Bayern und in Franken anzusiedeln", sagt Klaus Schilling vom Zentrum für Telematik.

Weitere Missionen geplant

Alle Ergebnisse dieser Mission sollen in das nächste Projekt zur Erdbeobachtung fließen. Die "TIM - Telematics International Mission" ist für 2021 geplant. Dabei koordiniert das Würzburger Zentrum für Telematik Partner aus fünf Kontinenten, um mit neun Satelliten 3D-Erdbeobachtungen für Vulkanausbrüche, Erdbeben und Schiffsbewegungen zu nutzen.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 28. September 2020 um 12:20 Uhr.

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