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Entlassene Pinterest-Managerin Rekordzahlung in Diskriminierungs-Streit

Stand: 16.12.2020 12:01 Uhr

Eine frühere Top-Managerin der Foto-Plattform Pinterest beklagte die Diskriminierung von Frauen - und wurde gefeuert. Nach einer Klage zahlt ihr das US-Unternehmen nun mehr als 22 Millionen Dollar.

Wie groß ist die Frauen-Diskriminierung in Vorständen? Um diese Frage ging es im Rechtsstreit zwischen Pinterest und der früheren Chief Operating Officer Francoise Brougher. Die Managerin war ihren Aussagen zufolge vom Mitgründer und Vorstandschef Ben Silbermann entlassen worden, nachdem sie sich über Geschlechter-Diskriminierung beklagt hatte. Im August verklagte sie das Unternehmen wegen Diskriminierung und ungerechtfertigter Kündigung.

Gekündigt, weil sie Frauenfeindlichkeit anprangerte?

"Pinterest hat Frau Brougher gefeuert, um das Wohlbefinden ihrer männlichen Kollegen zu schützen", hieß es in der Klage. Brougher hatte laut eigenen Angaben den Umsatz von Pinterest verdoppelt und die Zahl der Abonnenten verdreifacht. Dennoch sei ihr gekündigt worden, weil sie Diskriminierung, Frauenfeindlichkeit und eine vergiftete Arbeitsatmosphäre thematisiert habe.

Die Fotoplattform Pinterest hatte sich am Montag mit der Ex-Managerin auf einen 22,5 Millionen Dollar schweren Vergleich geeinigt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Anwälte von Francoise Brougher der Nachrichtenagentur dpa.

Laut US-Medien handelt es sich um einen Rekord-Vergleich in einem Diskriminierungs-Rechtsstreit. Ein Teil der Summe - 2,5 Millionen Dollar - soll laut der Anwaltssprecherin an gemeinnützige Organisationen gehen, die Frauen und unterrepräsentierte Gruppen in der Technologie-Industrie unterstützen.

Pinterest beliebt vor allem bei Frauen

Der Fall sorgte auch für Aufsehen, weil die Foto-Plattform Pinterest eine vorwiegend weibliche Zielgruppe hat. Gut 70 Prozent der Pinterest-Nutzer sind Frauen. Pinterest versteht sich als eine Art visuelle Suchmaschine, in der Nutzer nach Ideen etwa für die Inneneinrichtung oder Urlaube Ausschau halten und Bilder zu ihren Interessen finden können. Zugleich können sie Fotos aus dem Netz als sogenannte Pins auf "Boards" zu bestimmten Themen speichern.

In einer Stellungnahme begrüßte Brougher die Veränderungen, die das Unternehmen eingeleitet habe. Sie fühle sich ermutigt, "dass sich Pinterest zum Aufbau einer Kultur verpflichtet hat, in der sich alle Angestellte einbezogen und unterstützt fühlen."