Eine Deutschlandfahne weht auf dem Reichstag vor blauem Himmel.  | Bildquelle: dpa

Trotz Konjunkturflaute Staat erzielt Milliardenüberschuss

Stand: 27.08.2019 09:17 Uhr

Dank der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt sprudeln die Steuern und Sozialbeiträge. So konnte der deutsche Staat einen Überschuss von mehr als 45 Milliarden Euro erzielen.

Trotz einer drohenden Rezession hat der deutsche Staat im ersten Halbjahr 2019 einen Milliardenüberschuss erzielt. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen nahmen rund 45,3 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben, teilte das Statistische Bundesamt mit. Ein Jahr zuvor waren es sogar fast 52 Milliarden Euro.

Der Überschuss entspricht diesmal 2,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. "Die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen konnten damit weiterhin insbesondere von einer günstigen Beschäftigungsentwicklung profitieren", erklärten die Statistiker.

Bund verbucht das größte Plus

Dadurch legten die Einnahmen aus Sozialbeiträgen um 4,4 Prozent zu. Das Steueraufkommen - die wichtigste Einnahmequelle des Staates - fiel mit 2,8 Prozent eher moderat aus.

Alle staatlichen Ebenen trugen zu dem Überschuss bei. Der Bund hatte mit 17,7 Milliarden Euro das größte Plus. Die Länder erzielten ein Plus von 12,7 Milliarden Euro, die Sozialversicherungen von 7,7 Milliarden und die Kommunen von 7,1 Milliarden Euro.

Allerdings belasten die internationalen Handelskonflikte, die Unwägbarkeiten des Brexit und die Abkühlung der Weltkonjunktur die deutsche Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozent. Zum Jahresanfang war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen.

Schwächelnder Außenhandel

Die für das dritte Vierteljahr erhoffte Erholung der Wirtschaft steht zunehmend in Frage. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession".

Gebremst wurde die Konjunktur im zweiten Quartal vom Außenhandel. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen sanken im Vergleich zum Vorquartal stärker als die Importe.

Als Stütze erwies sich unter anderem die Kauflaune der Verbraucher. Zuletzt wurden die Menschen in Deutschland nach Angaben der GfK-Konsumforscher beim Geldausgeben allerdings vorsichtiger. Meldungen über Personalabbau und die Einführung von Kurzarbeit ließen demnach die Angst vor einem Jobverlust wachsen.

Milliardenüberschuss und wachsende Risiken
Matthias Reiche, ARD Berlin
27.08.2019 09:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. August 2019 um 10:00 Uhr.

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