Microsoft-Presskonferenz | Bildquelle: dpa

Update fürs Betriebssystem Microsoft will Windows 10 aufmöbeln

Stand: 30.06.2016 11:59 Uhr

Handschriftliche Notizen, Biometrie statt Passwort, verbesserte Sicherheit - das sind die Features, die das neue Windows 10-Update mitbringen soll. Außerdem reagiert Microsoft auf Beschwerden, die auch schon zu einem Rechtsstreit geführt hatten.

Zum ersten Geburtstag des Betriebssystems Windows 10 bringt Microsoft das erste große Update heraus. Es solle ab dem 2. August zur Verfügung stehen und Nutzern helfen, "produktiver" zu arbeiten, sicherer im Internet unterwegs zu sein und "Spaß zu haben", kündigte Windows-Manager Yusuf Mehdi an.

Ab dann - und pünktlich zur IFA in Berlin - sollen auch viele Hardware-Hersteller neue Geräte mit dem aktualisierten Windows 10 im Gepäck haben. Laut Microsoft läuft Windows 10 derzeit auf 350 Millionen Geräten weltweit.

Biometrische Anmeldung statt Passwort

Bei dem Update sollen vor allem neue Sicherheitsfunktionen im Mittelpunkt stehen. So könne sich der Nutzer künftig über die Funktion "Windows Hello" auch mit biometrischen Merkmalen wie Fingerabdruck, Gesicht oder Iris bei verschiedenen Anwendungen anmelden. Ein Passwort wäre dann nicht mehr nötig.

Der integrierte Schutz "Windows Defender" soll es künftig ermöglichen, automatisch und regelmäßig schnelle Scans durchzuführen und das Gerät auf mögliche Schadrogramme zu überprüfen.

Neu: Handschriftliche Notizen in digital

Auch den Nutzungsumfang der digitalen Assistentin "Cortana" hat Microsoft erweitert. Außerdem steht im neuen Windows 10 erstmals "Windows Ink" für handschriftliche Notizen mit dem Stift zur Verfügung. Dies ermögliche zum Beispiel Grafikdesignern kreativer zu sein. Musiker könnten digital komponieren, Juristen per Stift Dokumente bearbeiten, warb Mehdi.

Präsentation von Windows 10.
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Die Benutzeroberfläche von Windows 10

In der neuen Version von Windows 10 rückt das Betriebssystem auch enger an die Spielekonsole Xbox heran. Microsoft legt den Windows Store mit dem Xbox Store zusammen.

Laute Kritik an "Zwangsupdates"

Microsoft reagiert außerdem auf die vielfache Kritik von Nutzern und Verbraucherschützern an automatischen Upgrades. Beim bisherigen Verfahren wurden ungefragt riesige Dateien auf den Rechner der Anwender geladen, obwohl die Kunden sich gar nicht für ein Upgrade auf Windows 10 entschieden hatten.

Im vergangenen Monat hatte Microsoft einer Nutzerin aus Kalifornien 10.000 Dollar zur Beilegung eines Rechtsstreits gezahlt. Die Frau aus Sausalito war vor Gericht gezogen, weil ihr Rechner nach einem "Zwangsupdate" für Tage unbrauchbar gewesen sei. Mit dem neuen Update sollen die Nutzer dann entscheiden können, ob sie sofort auf Windows 10 wechseln, einen alternativen Zeitpunkt festlegen oder das kostenlose Angebot ablehnen wollten.

Noch bis Ende Juli bietet Microsoft ein Upgrade auf Windows 10 kostenlos für alle Nutzer von Windows 7 und 8.1 an, danach soll es rund 120 Dollar kosten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. August 2016 um 11:35 Uhr.

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