Das nächste Windows Nach 8 kommt 10

Stand: 01.10.2014 03:13 Uhr

Microsoft hat erste Einblicke in die nächste Windows-Version gegeben. Der Nachfolger von Windows 8 und 8.1 soll Windows 10 heißen und frühestens Mitte nächsten Jahres auf den Markt kommen. Es wirkt wie ein aufpoliertes Windows 7.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Das Überraschendste am neuen Windows dürfte der Name sein. Microsoft-Manager Terry Myerson tat sich selbst etwas schwer damit, den Sprung zu erklären: “Es wäre jetzt Zeit für Windows 9. Doch wir kennen das Produkt, das kommt, und wissen, wie anders es ist. Da wäre Windows 9 nicht der richtige Name. Es ist keine stufenweise Weiterentwicklung, und deshalb nennen wir es Windows 10.”

Vielleicht will Microsoft aber auch einfach möglichst viel Distanz zwischen dem neuen Windows und der wenig geliebten Version 8 schaffen. Deren Benutzeroberfläche bestand aus einer Art Kacheln, mit denen man Programme starten und Informationen anzeigen lassen konnte. Was die Bedienung auf Touch-Geräten erleichtern sollte, sorgte bei Nutzern von klassischen Laptops und Desktop-Rechnern mit Maus und Tastatur für Verstimmung.

Windows 8 kein großer Wurf

Seit fast zwei Jahren ist Windows 8 auf dem Markt, doch nach Studien von Marktforschern nutzt nur jedes fünfte Unternehmen die Version. Mit Windows 10 zieht Microsoft die Konsequenz daraus.

Joe Belfiore, verantwortlich für das Entwickeln der neuen Bedienoberfläche, zeigte eine Demoversion: "Das erste, was Sie sagen, ist hoffentlich: Sieht ziemlich vertraut aus. Es gibt den Desktop, die Taskleiste mit den laufenden Programmen, und wenn ich auf den Startknopf klicke, erscheint das Startmenü."

Windows 10 soll sich seiner Umgebung anpassen

Joe Belfiore von Microsoft stellt Windows 10 vor.
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Microsoft-Entwickler Joe Belfiore: "Das erste, was Sie sagen, ist hoffentlich: Sieht ziemlich vertraut aus."

Das Ganze wirkt tatsächlich eher wie ein aufpoliertes Windows 7. Die unbeliebten Kacheln aus Windows 8 sind noch da, doch sie werden nun ein Teil des Startmenüs - das es so im Grunde seit Windows 95 gibt, also seit fast zwanzig Jahren. Windows 10 soll auf einer Vielzahl von Gerätetypen laufen, vom Smartphone übers Tablet bis zum Laptop und Desktop-Rechner. Und sich jeweils an die Umgebung anpassen: Windows soll zum Beispiel erkennen, wenn der Nutzer an ein Tablet eine Tastatur andockt - und dann die Bedienerführung umstellen.

Manager Terry Myerson sieht darin einen Ausdruck von Microsofts Strategiewechsel unter dem neuen Firmenchef Satya Nadella: Windows müsse von Grund auf für eine Welt entwickelt werden, in der mobile Geräte und Cloud-Computing den Ton angeben.

Mit rund anderthalb Milliarden Nutzern auf der ganzen Welt dominiert Windows nach wie vor den klassischen Laptop- und Desktop-Markt. Doch der ist im vorigen Jahr um ein Zehntel geschrumpft, und im Wachstumsbereich der Smartphones und Tablets führt Windows nur ein Nischendasein.

Präsentation von Windows 10.
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Windows 10 soll auf einer Vielzahl von Gerätetypen laufen.

Präsentation von Windows 10.
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Die Kacheln aus Windows 8 werden ein Teil des Startmenüs.

Das neue kommt Mitte 2015

Frühestens Mitte nächsen Jahrs soll das neue Windows auf den Markt kommen - bis dahin will Microsoft das Feedback der Nutzer einsammeln: Sie können sich das neue System in einer Entwickler-Version herunterladen und testen. Technik-Journalist Paul Thurrott wertete diesen Schritt in der Online-Sendung “Windows Weekly” als Zeichen des Umdenkens bei Microsoft: “Microsoft öffnet sich früher als je zuvor und gibt den Leuten wirklich die Chance, ein Produkt zu beeinflussen. Sie haben mit Windows 8 die Leute über den Tisch gezogen - und sie wollen sicherstellen, dass es diesmal was Richtiges wird.”

Doch die Vorabversion ist nur was für Technikbegeisterte, warnt Microsoft selbst. Man solle sie nur auf einem Zweit-Rechner einsetzen, nicht auf dem Gerät, dass man täglich nutzt. Denn Windows 10 sei weit davon entfernt, fertig zu sein.

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