Der Eingang zu dem METRO Cash & Carry Markt in Dortmund . | Bildquelle: dpa

Handelskonzern Metro trennt sich von real

Stand: 13.09.2018 20:18 Uhr

Seit Jahren trennt sich der Metro-Konzern nach und nach von Unternehmensteilen. Die Probleme sind aber nicht weniger geworden, der Aktienkurs ist sogar gesunken. Nun will Metro die Supermarktkette real verkaufen.

Der Handelskonzern Metro will seine Supermarktkette real verkaufen. Metro soll sich künftig ganz auf sein Großhandelsgeschäft konzentrieren. Der MDax-Konzern teilt mit, man habe beschlossen, "einen Veräußerungsprozess" einzuleiten.

Der Konzern setzt damit seinen Verschlankungsprozess fort. 2015 hatte sich das Unternehmen von der Tochter Kaufhof getrennt. Vor gut einem Jahr spaltete sich Metro auf. In der Beteiligungsgesellschaft Ceconomy wurden die Elektronikmärkte Saturn und Mediamarkt zusammengefasst, bei Metro die gleichnamigen Großmärkte und die Supermarktkette real.

Konzernchef Olaf Koch wollte mit der Aufspaltung beide Teile schlagkräftiger und für die Investoren attraktiver machen. Mit Blick auf den Börsenkurs der Metro ist dies bislang nicht gelungen: Notierte eine Aktie nach der Abspaltung noch bei über 20 Euro, erreichten die Anteilsscheine jüngst ein Jahrestief von 10,02 Euro.

Was Metro zu schaffen macht

Die anhaltende Schwäche in dem für Metro wichtigen Russland-Geschäft sowie ein Umsatzrückgang bei real belasteten in diesem Jahr erheblich die Bilanz. Im dritten Quartal sank der Umsatz des Handelsunternehmens um 3,7 Prozent auf knapp 9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn schmolz um 23,3 Prozent auf 57 Millionen Euro zusammen.

Metro steuerte unter anderem mit Kostensenkungen bei real dagegen. Unter anderem strebte die Konzernleitung an, sich aus den mit ver.di vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen, der für das Unternehmen deutlich günstiger ist. Darauf antwortete ver.di im Sommer mit Warnstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen.

Zuletzt hieß es aber aus dem Konzern, real sei auf gutem Weg. Durch die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells, die wachsende Online-Präsenz und die nun wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen seien die wesentliche Voraussetzungen für eine positive Entwicklung erfüllt, hieß es.

Real beschäftigt 34.000 Mitarbeiter an 65 Standorten mit 282 Märkten.

Metro-Konzern will Supermarktkette real verkaufen
Thomas Kalus, WR
14.09.2018 07:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 13. September 2018 um 20:00 Uhr.

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