Mitarbeiter arbeiten in der Gießerei der Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG) in Waren (Mecklenburg-Vorpommern). | Bildquelle: dpa

Vor Tarifverhandlungen Metall-Arbeitgeber fordern Nullrunde

Stand: 14.10.2020 09:28 Uhr

Morgen will die IG Metall ihre Forderungen für die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie beschließen. Die Arbeitgeber lehnen Lohnerhöhungen ab. Für eine Vier-Tage-Woche nennen sie Bedingungen.

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie lehnen in der anstehenden Tarifrunde jegliche Lohnerhöhungen für das laufende und das kommende Jahr ab. "Über Lohnsteigerungen reden wir, wenn es etwas zu verteilen gibt. Momentan steht alles im Minus", sagte Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger der "Süddeutschen Zeitung". "Lohnerhöhungen sind weder dieses noch nächstes Jahr realistisch", fügte er hinzu.

Am Donnerstag will die IG Metall ihre Forderungen für die Tarifrunde beschließen. Gewerkschaftschef Jörg Hofmann setzt dabei auf die von ihm vorgeschlagene Vier-Tage-Woche mit einem teilweisen Lohnausgleich. Nach Darstellung der Arbeitgeber kündigte Hofmann bereits im August an, dass die IG Metall auch mit der Forderung nach Lohnerhöhungen in die Tarifverhandlungen gehen werde.

Arbeitgeber fordern Nullrunde

Seit Tagen machen Vertreter der Arbeitgeber aber in verschiedenen Zeitungsinterviews deutlich, dass sie kürzere Arbeitszeiten nur ohne Lohnausgleich für möglich halten und dass bei den Löhnen eine Nullrunde für 2020 und 2021 notwendig sei. "Ich habe überhaupt kein Problem mit Arbeitszeitverkürzung als Option, solange sie ohne Lohnausgleich stattfindet und die Arbeitskosten sich nicht weiter verteuern", sagte Stefan Wolf, der im November zum neuen Gesamtmetall-Chef gewählt werden soll, gestern dem "Handelsblatt". Bei den Löhnen sei "absolutes Maßhalten angesagt", erklärte er. "Wir brauchen die Nullrunde". Ähnlich äußerten sich Vertreter der Metall-Arbeitgeber in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie hatten unter dem Eindruck der Coronakrise im März vereinbart, die Entgelte in diesem Jahr nicht zu erhöhen. Mit diesem Abschluss war der eigentlich zum 31. März gekündigte Tarifvertrag bis zum Jahresende 2020 ohne weitere Erhöhungen verlängert worden. Diese krisenbedingte Tarifvertrag läuft nun aus. Gespräche über den folgenden Tarifvertrag für rund vier Millionen Beschäftigte werden voraussichtlich im Dezember beginnen.

Branche erholt sich schrittweise vom Corona-Tief

Nach eigenen Angaben erholt sich die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland allmählich von der Folgen der Einschränkungen im Zuge der Pandemie. Die "Rückkehr zum Vorkrisenniveau wird aber länger dauern als erhofft", sagte Gesamtmetall Hauptgeschäftsführer Oliver Zander vor wenigen Tagen. Bei der Produktion liege die Branche in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres 19 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Die instabile wirtschaftliche Lage habe auch Folgen für die Arbeitsplätze. Knapp neun Prozent der Betriebe planten Kündigungen.

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