Deutsch-italienische Regierungskonsultationen Demonstrative Leichtigkeit am Monte Mario

Stand: 04.07.2012 21:39 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel und der italienische Ministerpräsident Monti waren bei ihrem Treffen in Rom sichtlich um Entspannung bemüht. Keine Rede mehr von den unterschiedlichen Interpretationen des EU-Gipfels. Beide betonten lieber ihre Gemeinsamkeiten im Kampf gegen die Schuldenkrise.

Von Annette Eckl, ARD-Hörfunkstudio Rom

Der deutsch-italienische Gipfel in der historischen Villa Madama am Monte Mario, passend gewählt für das Treffen Mario Montis mit Angela Merkel. Nach außen eitel Sonnenschein bei 32 Grad in Rom: Statt des roten Teppichs wurde ein hellbeiger ausgerollt. Alles war sehr sommerlich, auch die Bundeskanzlerin in apricotfarbener Jacke - heitere Stimmung und ein ehrenvoller Empfang.

Alles war angerichtet, um Leichtigkeit zu demonstrieren, und ein herzliches Lächeln hatten Merkel und Monti zu Beginn zumindest schon mal für die Fotografen übrig, dann zogen sie sich in die Gemäuer der ehrwürdigen Villa Madama zu vertraulichen Gesprächen zurück. Zu besprechen gab es einiges - vor allem die unterschiedlichen Interpretationen des EU Gipfels in Brüssel.

Bundeskanzlerin Merkel besucht Italiens Ministerpräsident Monti
tagesschau 20:00 Uhr, 04.07.2012, Peter Dalheimer, ARD Rom

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"Es ist mir immer gelungen, mit Mario Monti eine Einigung zu finden"

Es sollte es hauptsächlich darum gehen, die atmosphärischen Störungen aus dem Weg zu räumen und die Wogen zu glätten. Zumindest demonstrierten beide auf der gemeinsamen Pressekonferenz Einigkeit und zeigten sich betont freundschaftlich: "Bis jetzt ist es mir immer gelungen, mit Mario Monti eine Einigung zu finden, wo immer das notwendig war", sagte Merkel. Und auch Monti war um eine gute Stimmung bemüht: "Ich glaube, Bundeskanzlerin Merkel und ich arbeiten gut zusammen, weil sie Deutsche ist und ich Italiener. Aber wir glauben beide - das kann man so sagen - an eine wettbewerbsfähige Soziale Marktwirtschaft."

Der italienische Ministerpräsident zeigte sich schon vor dem Treffen versöhnlich. Seine Botschaft an die deutschen Bürger lautete: Wir sind doch gar nicht so weit auseinander, wir wollen sparen, aber eben auch für Wachstum sorgen. Zu den unterschiedlichen Interpretationen nach dem EU-Gipfel in Brüssel äußerten sich Merkel und Monti nicht direkt. Die Bundeskanzlerin beharrte allerdings weiter auf Reformen, jeder müsse seine Hausaufgaben machen: "Wenn es unseren Nachbarn in Europa wirtschaftlich nicht gut geht, geht es auch Deutschland auf lange Sicht nicht gut. Wir liefern 60 Prozent unseres Exporte in die EU, 40 Prozent in die Euroländer. Es ist in deutschem Interesse, dass auch alle anderen Länder eine gute wirtschaftliche Entwicklung haben."

Deutsch-Italienischer Gipfel in Rom
A. Eckl, ARD Rom
04.07.2012 20:31 Uhr

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Neuverschuldung Italiens weiter gestiegen

Auch Monti versicherte, den Weg der Reformen weiterzugehen - und das vor dem Hintergrund der neuesten Zahlen: Die Neuverschuldung Italiens stieg im ersten Quartal des Jahres auf acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In Zahlen ausgedrückt sind das fast 22 Milliarden Euro Schulden mehr: "Es gibt nur eine Möglichkeit für Italien, zur Stabilität beizutragen, und das ist die eigene Neuverschuldung zu kontrollieren." Und das heißt sparen. So sollen zehntausende Stellen im öffentlichen Dienst wegfallen, geplant sind außerdem unter anderem Einsparungen im Gesundheitswesen und an den Universitäten.

"Danke, Mario, für die Einladung"

Merkel-Monti - das war sicher nicht das letzte gemeinsame Treffen, und die Bundeskanzlerin kommt sicher gerne wieder in die Villa Madama nach Rom: "Das ist ein wunderschöner Ort. Ich bin immer versucht, an die Decke zu blicken", sagte sie zum Abschluss der Pressekonferenz. "Dann muss man nur aufpassen, dass später das Bild nicht missbraucht wird. Danke, Mario, für die Einladung."

Pressekonferenz von Merkel und Monti
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Pressekonferenz in der Villa Madama. Das historische Gebäude hatte es Merkel angetan.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
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"Ich bin immer versucht, an die Decke zu blicken", scherzte die Kanzlerin.

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