Fahrzeug der Luxusmarke Maybach | picture-alliance/ dpa

Daimler stellt Maybach-Produktion ein Stilles Ende einer Autolegende

Stand: 22.09.2021 16:16 Uhr

Der Autokonzern Daimler hat das Aus seiner Nobelmarke Maybach für das Jahr 2013 angekündigt. "Es wäre nicht sinnvoll, ein Nachfolgemodell für den jetzigen Maybach zu entwickeln", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Unternehmen sei zur Überzeugung gelangt, "dass die Absatzchancen für die Marke Mercedes besser sind als die von Maybach". Zetsche räumte ein, dass die Wiedereinführung der traditionsreichen Luxusmarke im Jahr 2002 unter dem Strich ein Verlustgeschäft gewesen sei.

Fahrzeug der Luxusmarke Maybach | picture-alliance/ dpa

Fahrzeug der Luxusmarke Maybach Bild: picture-alliance/ dpa

Mercedes S-Klasse wird Daimler-Flaggschiff

Bis im Jahr 2013 die neue S-Klasse-Generation von Mercedes auf den Markt kommt, sollen Maybach-Modelle aber weiter produziert und verkauft werden. Parallel zur Einstellung der Maybach-Produktion plant Zetsche, dann sechs verschiedene S-Klasse-Modelle anzubieten. Bisher sind es lediglich drei. "Im Luxussegment werden wir künftig ganz auf unsere Kernmarke Mercedes-Benz setzen, die wertvollste Premium-Automarke der Welt", schrieb der Daimler-Vorstand in einem Brief an die Mitarbeiter, aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitierte.

Bei Daimler war bereits seit längerem darüber diskutiert worden, ob Maybach eingestellt oder mit einem Partner weiterentwickelt wird. Zuletzt hatte Daimler erwogen, die Marke durch eine Kooperation mit Aston Martin beispielsweise bei Motoren rentabler zu machen. Nach Brancheneinschätzung hinken die Maybach-Verkäufe weit hinter den ursprünglich geplanten Stückzahlen her. Die hochgesteckten Absatzziele wurden nie erreicht. 2009 und 2010 verkaufte Daimler eigenen Angaben zufolge jeweils rund 200 Fahrzeuge seiner Edelmarke. In diesem Jahr sei der Absatz um 20 Prozent gestiegen, sagte Zetsche der Zeitung. Jedes Auto der Marke Maybach kostet mindestens 300.000 Euro.

Die rund 150 Beschäftigten der Maybach-Manufaktur bräuchten sich keine Zukunftssorgen zu machen, sagte Zetsche. Die hochqualifizierten Mitarbeiter benötige Daimler auch weiterhin.