Ein Makler zeigt einer Interessentin eine Wohnung | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie

Neuregelung zur Maklergebühr Entlastung für Immobilienkäufer

Stand: 14.05.2020 20:04 Uhr

Wer künftig ein Haus oder eine Wohnung kauft, muss nur noch höchstens die Hälfte der Kosten für den Makler bezahlen. Das hat der Bundestag beschlossen. Justizministerin Lambrecht will so vor allem Familien entlasten.

Wohnungs- oder Hauskäufer müssen künftig nicht mehr alleine dafür zahlen, wenn ein Makler eingesetzt wird. Der Bundestag beschloss heute das Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten.

Demnach entfällt mindestens die Hälfte der Provision auf denjenigen, der einen Makler beauftragt - in der Regel ist das der Verkäufer. Er darf die Kosten nun nicht mehr voll auf den Käufer abwälzen. Der Käufer muss seinen Anteil zudem erst dann überweisen, wenn der Verkäufer seine Zahlung nachgewiesen hat.

Wird ein Makler einvernehmlich von beiden Vertragsseiten beauftragt, müssen sie nach dem neuen Gesetz auch automatisch jeweils genau die Hälfte der Kosten dafür tragen.

Ende der "Zwangslage" - oder eingeschränkte Flexibilität?

Bisher übernimmt meist der Käufer komplett die Maklerprovision von bis zu sieben Prozent des Kaufpreises. "Durch die neuen Regeln erleichtern wir jungen Menschen und Familien die Bildung von Wohneigentum", erklärte Justizministerin Christine Lambrecht. Verkäufer nutzten die "Zwangslage" der Interessenten aus: "Wer sich weigert, scheidet faktisch aus dem Kreis der Bewerber um den dringend benötigten Wohnraum aus."

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) sieht die Neuregelung kritisch. "Jede Immobilientransaktion ist einzigartig und erfordert Flexibilität auch bei der Honorierung des Maklers", erklärte IVD-Präsident Michael Schick. Diese Flexibilität werde künftig stark eingeschränkt.

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