Ein Flugzeug der Fluggesellschaft easyJet landet auf dem Flughafen Tegel.  | Bildquelle: dpa

Europäischer Luftverkehr Flieger sind zwei Minuten pünktlicher

Stand: 12.08.2019 17:34 Uhr

Der europäische Luftverkehr läuft in diesem Jahr offenbar etwas geschmeidiger. Im Schnitt kamen die Flieger zwölf Minuten zu spät am Ziel an. Ein Grund liegt in der dichteren Personaldecke der Airlines.

Das Verspätungschaos aus dem Vorjahr hat sich zumindest in den ersten Monaten des Sommers 2019 nicht wiederholt. Im Schnitt sind die Flieger im ersten Halbjahr zwölf Minuten zu spät am Zielort angekommen. Das seien immerhin 2,1 Minuten weniger als ein Jahr zuvor, berichtete die Deutsche Flugsicherung (DFS) unter Berufung auf Zahlen der europäischen Flugsicherungsagentur Eurocontrol. Dabei haben sich trotz steigender Verkehrszahlen insbesondere die Flugsicherungen und die Airlines verbessert.

Die Flugsicherung unterscheidet in ihrer Auswertung zwischen Ursprungsverspätungen (6,9 Minuten) und nicht mehr zu beeinflussenden Folgeverspätungen (5,1 Minuten). Diese können sich beispielsweise ergeben, wenn für ein verspätet gestartetes Flugzeug eine neue und möglicherweise langsamere Streckenführung gefunden werden muss. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der Flüge im EU-Luftraum um 2,3 Prozent auf 4,8 Millionen gestiegen. Auf den deutschen Luftraum entfielen davon 1,6 Millionen Flüge, eine nur leichte Steigerung um 1,3 Prozent.

Harter Konkurrenzkampf um freie Slots

Im vergangenen Jahr hatte vor allem der harte Konkurrenzkampf der Airlines den Luftverkehr angeheizt. Sie alle wollten in die Lücke stoßen, die Air Berlin mit seiner Pleite hinterlassen hatte. Allein im deutschen Luftraum wuchs die Zahl der Flüge um 4,2 Prozent auf 3,3 Millionen mit der Folge massiver operativer Probleme. Zusammen mit Engpässen an den Flughäfen, einem eklatanten Lotsenmangel vor allem im Zentrum Karlsruhe und heftigen Wetterkapriolen ergab sich für die Passagiere zeitweise ein Verspätungschaos. Nicht einmal zwei von drei Flügen kamen noch pünktlich an. In der öffentlichen Kritik standen vor allem die Passagierkontrollen am Flughafen, die von der Bundespolizei organisiert werden.

Zahlreiche Fluggäste warten am Flughafen in München am Terminal 2 auf ihre Flüge. | Bildquelle: dpa
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Zahlreiche Fluggäste warten im Sommer 2018 am Flughafen in München auf ihre Flüge. Solche chaotischen Szenen blieben im ersten Halbjahr 2019 aus.

Mehr Flugzeuge und Crews als Reserve

Verspätungen gibt es auch 2019 noch genug, zumal die wirklichen Ferienmonate in der Auswertung noch fehlen. Von den Ursprungsverspätungen haben die Airlines mit 3,2 Minuten fast die Hälfte verursacht, wie aus den Zahlen hervorgeht. Auf die Flughäfen entfielen gleichbleibend 1,3 Minuten. Die nach dem chaotischen Sommer 2018 hart kritisierten Flugsicherungen sind demnach trotz steigenden Verkehrsaufkommens nur noch für 1,1 Minuten verantwortlich, nach 1,5 Minuten im ersten Halbjahr 2018.

Die Flugsicherung führt mehrere Maßnahmen an, die das System verbessert hätten. So hielten die Airlines mehr Flugzeuge und Crews als Reserve vor, und an den Flughäfen sei das Personal aufgestockt worden. Allein die Lufthansa hatte nach eigenen Angaben 250 Millionen Euro in die Hand genommen, um den Betrieb zu stabilisieren. "Diese Investitionen zeigen Wirkung. Die Flugstreichungen sind im Vergleich zu 2018 um mehr als die Hälfte zurückgegangen", erklärte eine Sprecherin. Dennoch müsse man mit den Puffern immer wieder auch Verspätungen kompensieren, die unter anderem von der Flugsicherung verursacht wurden.

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