Flieger der neuen Lufthansa-Billigairline "Eurowings" | Bildquelle: dpa

Tarifstreit bei Lufthansa Keine neuen Warnstreiks diese Woche

Stand: 21.10.2019 14:04 Uhr

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO will eine Streik-Pause einlegen. Der Streit mit der Unternehmensleitung ist damit nicht beigelegt. Die hält nicht nur die Warnstreiks für illegal, sondern gleich die ganze Gewerkschaft für unbefugt.

Bei der Lufthansa und ihren Tochterfluglinien soll es bis Ende der Woche keine neuen Warnstreiks geben. Das teilte die Flugbegleitergewerkschaft UFO mit. "Sollte es zu weiteren Aktionen seitens des Konzerns kommen, sind wir aber kurzfristig in der Lage, die Situation neu zu bewerten und unverzüglich zu reagieren", erklärte UFO-Vizechef Daniel Flohr.

Damit ist klar: Als Friendsangebot will UFO die Aussetzung der Warnstreiks nicht verstanden wissen, wohl aber als Aufforderung zu Verhandlungen. Doch genau hier liegt das Problem: Die Lufthansa hält nämlich nicht nur die Warnstreiks für illegal. Sie sieht den nach einem Führungsstreit neu gewählten UFO-Vorstand für überhaupt nicht befugt, Tarifverträge zu verhandeln und abzuschließen.

Streikende Flugbegleiter mit Warnwesten der Gewerkschaft UFO | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
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Wegen des UFO-Warnstreiks mussten bei Eurowings, Germanwings, Sunexpress und Lufthansa Cityline zahlreiche Flüge ausfallen.

Darf UFO überhaupt streiken?

"Jetzt bewerten wir die Situation und prüfen rechtliche Schritte", sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Laut UFO hatte das Unternehmen im Vorfeld des Streiks der Gewerkschaft sogar Schadensersatzforderungen angedroht. Allerdings hatte die Lufthansa vergangene Woche auch geprüft, ob sie mit einer einstweiligen Verfügung beim Arbeitsgericht gegen den Streik vorgehen könnte und das schließlich unterlassen. Gewerkschafter Flohr sagte, der Verzicht auf die rechtliche Eilmaßnahme zeige, dass die Lufthansa selbst hierfür keine Erfolgsaussicht sehe.

Der Rechtsstreit darüber, ob der UFO-Vorstand tarifvertragsberechtigt ist oder nicht, kann sich noch bis zum Frühjahr hinziehen.

Flugausfälle am Wochenende

Am Sonntag waren bei den Töchtern der Lufthansa Eurowings, Germanwings, Sunexpress und Lufthansa Cityline zahlreiche Flüge ausgefallen. Wie viele - selbst darüber gibt es Streit. Während UFO von "mehr als 150" ausgefallenen Verbindungen berichtet, möchte die Lufthansa lediglich eine Zahl von "rund 100" bestätigen. Und während UFO überzeugt ist, dass sich die "Mehrheit der Beschäftigten" an dem Ausstand beteiligt hätten, gab die Lufthansa zu Protokoll, 90 Prozent der Beschäftigten seien zum Dienst erschienen.

Einen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa hatte die Konzernspitze in letzter Minute abwenden können - sie versprach zwei Prozent mehr Lohn und Gehalt statt der geforderten 1,8 Prozent.

Ob es zu unbefristeten, regulären Streiks kommt, will UFO von einer Urabstimmung unter ihren Mitgliedern abhängig machen. Ihr Ergebnis soll bis zum 1. November vorliegen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. Oktober 2019 um 13:24 Uhr.

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