Flugbegleiter der Lufthansa  | Bildquelle: dapd

Tarifstreit mit Lufthansa UFO kippt "große" Schlichtung

Stand: 28.11.2019 10:37 Uhr

Der Tarifstreit zwischen Lufthansa und UFO spitzt sich erneut zu. Die Gewerkschaft rückte von einer "großen" Schlichtung ab. Ein Kompromiss im kleineren Format könnte nun an den beiden Schlichtern hängen.

Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa lässt UFO die Möglichkeit einer "großen" Schlichtung platzen. Die Gewerkschaft warf der Fluggesellschaft vor, die neuen Verhandlungen über eine umfassende Lösung in den vergangenen beiden Tagen nicht ernsthaft geführt zu haben.

Die Lufthansa habe die Gespräche sogar vorzeitig abgebrochen und setze nun wieder darauf, sich "einseitig an die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter" zu wenden, statt weiter zu verhandeln, kritisierte UFO-Sprecher Baublies. Das Angebot einer "großen" Schlichtung vonseiten der Airline biete jedoch keine ausreichende Rechtssicherheit und verschweige relevante Fallstricke.

"Wir werden nun einerseits die Vorbereitungen für die 'kleine' Schlichtung und weitere Arbeitskämpfe forcieren müssen", so Baublies weiter. Er sah aber davon ab, sofort zu neuen Streiks aufzurufen. Stattdessen appellierte Baublies an die Lufthansa, die von beiden Konfliktparteien benannten Schlichter zu Rate zu ziehen, "um die sprichwörtliche Kuh noch vom Eis zu holen".

Schlichter nur für "kleine" Schlichtung berufen

Anfang der Woche hatte die Lufthansa den früheren Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, zu ihrem Schlichter ernannt. UFO hatte bereits den ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck eingesetzt. Die Schlichter sind bislang aber nur für die "kleine" Schlichtung berufen, die wesentlich weniger Streitpunkte abdeckt als die große Variante, etwa höhere Spesen und Zulagen sowie Verbesserungen für Saisonarbeitskräfte.

Lufthansa präsentiert sich kompromissbereit

Noch am Morgen hatte die Lufthansa versucht, sich kompromissbereit zu zeigen. "Lufthansa setzt weiter alles daran, eine 'große' Schlichtung mit UFO für die Kernmarke zu vereinbaren, um die drängenden Probleme der Kabinenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu lösen", hieß es in einer auf der Internetseite der Lufthansagroup veröffentlichten Mitteilung.

Darum biete die Airline der Gewerkschaft an, auf eine verbindliche Friedenspflicht bei den Konzerntöchtern Eurowings, Germanwings und CityLine zu verzichten. Zudem stellte das Unternehmen einen Moderationsprozess bei Germanwings in Aussicht, "in dem alle offenen Tariffragen besprochen werden können".

Streit um Friedenspflicht

Vor rund zwei Wochen hatten die Lufthansa und UFO angekündigt, in die Schlichtung gehen zu wollen. Kurz zuvor hatte die Gewerkschaft das Kabinenpersonal der Airline zum zweitägigen Streik aufgerufen: Etwa 1500 Flüge mussten gestrichen werden, rund 200.000 Passagiere waren betroffen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. November 2019 um 11:00 Uhr.

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