In der Gewerkschaft UFO organisierte Lufthansa-Mitarbeiter streiken (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Gericht lehnt Eilantrag ab Streik bei Lufthansa rechtmäßig

Stand: 06.11.2019 12:14 Uhr

Die Gewerkschaft UFO hatte Flugbegleiter zu einem Streik für morgen und übermorgen aufgerufen. Mit einem Eilantrag wollte die Lufthansa das in letzter Minute verhindern. Doch die Airline scheiterte vor Gericht.

Die Flugbegleiter der Lufthansa dürfen wie geplant am Donnerstag und Freitag streiken. Das Arbeitsgericht Frankfurt/Main lehnte einen Eilantrag der Fluggesellschaft gegen den angekündigten 48-Stunden-Streik der Gewerkschaft UFO ab.

Es liege ein Streikbeschluss vor, erklärte die Richterin. Die Tarifverträge seien nach Auffassung des Gerichts wirksam gekündigt, es gebe damit keinen Verstoß gegen die Friedenspflicht. Der geplante Streik sei auch nicht unverhältnismäßig. Die Lufthansa teilte mit, sie nehme die Entscheidung des Arbeitsgerichts "mit Bedauern zur Kenntnis". Der Konzern will allerdings in Berufung gehen und so versuchen, den Streik doch noch zu verhindern. Das Unternehmen sei aber im "Krisenmodus geübt".

Sonderflugplan soll noch heute veröffentlicht werden

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat ihre Mitglieder zum zweiten Mal in kurzer Zeit zum Ausstand aufgerufen, weil die Lufthansa Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft aus rechtlichen Gründen verweigert. Das Unternehmen lehnt Verhandlungen mit der Gewerkschaft ab, weil diese nach einem internen Streit im Frühjahr den Vorstand wechselte, dieser nach Einschätzung des Konzerns aber nicht vertretungsberechtigt ist.

Trotzdem will sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr heute Abend mit UFO-Vertretern treffen. Er hat sie - zusammen mit Spitzenvertretern der mit UFO konkurrierenden Gewerkschaften ver.di und Cabin Union - zu seinem Krisengespräch eingeladen. UFO-Chefin Sylvia de la Cruz hatte ursprünglich zugesagt, der Einladung zu folgen. Ob diese Zusage auch nach der Gerichtsentscheidung und der Berufungsankündigung noch gilt, ist unklar. Gewerkschaftsvize Daniel Flohr sagte seine Teilnahme an der Unterredung ab, da er mit der Berufung beschäftigt sei.

Lufthansa will noch heute einen Sonderflugplan für die beiden Streiktage veröffentlichen. Den Kunden hat die Airline bereits umfangreiche und kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten angeboten. Der Streik soll Donnerstag um 0 Uhr beginnen und Freitag um 24 Uhr enden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. November 2019 um 12:00 Uhr.

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