Ein Flug der Lufthansa wird während eines Streiks der Flugbegleiter auf einer Anzeigetafel auf dem Flughafen Dresden International als gestrichen ausgewiesen. | Bildquelle: dpa

Nach UFO-Streik Weitere Lufthansa-Flüge fallen aus

Stand: 09.11.2019 13:30 Uhr

Der Streik bei der Lufthansa ist zwar beendet, doch die Nachwirkungen sind für Passagiere auch am Wochenende spürbar: Erneut fielen Flüge aus. Am Sonntag soll es Gespräche zwischen UFO und der Airline geben.

Auch nach dem Ende des Flugbegleiter-Streiks bei der Lufthansa sind vereinzelt Flüge ausgefallen. Der Flugplan normalisiere sich wieder, doch die Auswirkungen des Streiks seien noch zu spüren, berichtete eine Sprecherin des Flughafen-Betreibers Fraport.

Passagiere müssten mit längeren Wartezeiten rechnen. Ihnen werde empfohlen, zweieinhalb Stunden vor dem Start am Airport zu sein. Nach Angaben von Fraport hat es "einige Flugausfälle" gegeben, darunter seien rund 20 Flüge der Lufthansa gewesen. Am Samstag standen in Frankfurt insgesamt 1200 Starts und Landungen auf dem Plan.

Flugausfälle auch in München

Auch am Münchner Flughafen fielen einige Flüge aus. An die 20 Verbindungen seien für Samstag annulliert worden, sagte ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Airport. Zahlreiche Lufthansa-Flüge starteten oder landeten demnach zudem mit Verspätung. Eine Lufthansa-Sprecherin sprach von "vereinzelten Streichungen", ohne Zahlen zu nennen: "Es dauert etwas, bis das System wieder angelaufen ist." Hier und da müssten sich Maschinen und Crews erst wieder zum richtigen Einsatzort begeben.

An den Airports in Nordrhein-Westfalen läuft der Flugbetrieb offenbar wieder normal. "Es gibt keine Nachwirkungen mehr im Flugbetrieb", berichtete ein Sprecher des Düsseldorfer Flughafens. Auch aus Köln/Bonn meldete ein Sprecher: "Wir haben keine Einschränkungen mehr."

Gespräche am Sonntag

Zugleich gibt es etwas Hoffnung auf ein Ende des Tarifkonflikts. Die Gewerkschaft UFO und die Airline wollen über eine mögliche Schlichtung beraten. Es geht um rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter. Beide Seiten vereinbarten aber striktes Stillschweigen. Dem Vernehmen nach sollen die Gespräche am Sonntag an einem geheimen Ort beginnen.

Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, so Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Wenn wir schlichten, muss das Ganze juristischen Halt haben." Wegen der Streiks der UFO hatte die Lufthansa am Donnerstag und Freitag mit einem Sonderflugplan insgesamt 1500 Flüge weltweit abgesagt. Sie sprach von rund 200.000 betroffenen Passagieren. Vor allem die Drehkreuze Frankfurt und München traf es.

Streik der Flugbegleiter: Lufthansa erklärt sich zu Gesprächen bereit
tagesschau 20:00 Uhr, 07.11.2019, Michael Immel, HR

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Nach der Urabstimmung ist UFO auch bei vier Lufthansa-Töchtern streikbereit - im Germanwings, Eurowings Deutschland, LufthansaCityLine und SunExpress Deutschland.

Die Lufthansa vollzieht mit den angepeilten Gesprächen mit UFO eine Kehrtwende: Sie hatte über Monate dem UFO-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. UFO fordert höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob UFO überhaupt Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. November 2019 um 09:50 Uhr.

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