Auch nach dem Ende des Streiks werden bei der Lufthansa weitere Flugausfälle erwartet. | Bildquelle: dpa

UFO-Streik beendet Weitere Flugausfälle erwartet

Stand: 09.11.2019 05:44 Uhr

Auch nach dem Streik-Ende müssen sich Passagiere der Lufthansa auf Unannehmlichkeiten einstellen. Die Ausstände der Kabinenbeschäftigten haben die Flugpläne durcheinandergewirbelt. Auch heute ist noch mit Ausfällen zu rechnen.

Auch nach dem Ende der zweitägigen Streiks dürfte der Flugverkehr bei der Lufthansa nicht gleich flüssig laufen. Die Airline erwartet einige Flugabsagen und Verzögerungen, weil Maschinen und Crews noch nicht an den richtigen Einsatzorten sind. Man wolle aber so schnell wie möglich zum normalen Flugplan zurückkehren, sagte ein Sprecher.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet zudem mit Andrang, da viele Passagiere wegen der Streiks der Flugbegleitergewerkschaft UFO am Donnerstag und Freitag umgebucht hatten. Einige seien auf den heutigen Samstag ausgewichen.

Streik der Flugbegleiter: Lufthansa erklärt sich zu Gesprächen bereit
tagesschau 20:00 Uhr, 07.11.2019, Michael Immel, HR

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Hoffnung auf Schlichtung

Zugleich gibt es etwas Hoffnung auf ein Ende des Tarifkonflikts für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter. UFO und die Airline wollen über eine mögliche Schlichtung beraten. Beide Seiten vereinbarten aber striktes Stillschweigen. Dem Vernehmen nach sollen die Gespräche am Sonntag an einem geheimen Ort beginnen. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, so Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Wenn wir schlichten, muss das Ganze juristischen Halt haben."

Wegen der Streiks der UFO hatte die Lufthansa mit einem Sonderflugplan insgesamt 1500 Flüge weltweit abgesagt. Sie sprach von rund 200.000 betroffenen Passagieren. Vor allem die Drehkreuze Frankfurt und München traf es. Sollte es bei den Gesprächen kein Einlenken der Lufthansa geben, will die UFO erneut streiken - auch bei weiteren Gesellschaften der Airline. "Entweder wir haben eine Lösung oder wir werden eben verkünden, dass es eine massive Ausweitung geben muss", sagte UFO-Sprecher Nicoley Baublies. "Weil, wenn das noch nicht reicht, ja, dann müssen mehr Unternehmen streiken, und dann muss es auch länger sein." Am Montag werde das weitere Vorgehen verkündet.

Die UFO hatte am Donnerstag und Freitag die Lufthansa-Kerngesellschaft bestreikt. Nach Urabstimmungen ist sie aber auch bei vier Lufthansa-Töchtern streikbereit, im Germanwings, Eurowings Deutschland, LufthansaCityLine und SunExpress Deutschland. Die Lufthansa vollzieht mit den angepeilten Gesprächen mit UFO eine Kehrtwende: Sie hatte über Monate dem UFO-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. UFO fordert höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob UFO überhaupt Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. November 2019 um 12:00 Uhr.

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